Gro?es Schnakenberg-Festival im saarl?ndischen Honzrath

Sehr oft ist es so, wenn amtierende Minister zu Gast auf Pferderennbahnen sind, dass sie dann nach einem oder höchstens zwei Rennen wieder verschwinden, nachdem sie zuvor noch ein paar Worte ans Volk richteten. Nicht so bei der bestens gelaunten saarländischen Umweltministerin Anke Rehlinger („Für das gute Wetter übernehme ich sofort die volle Verantwortung“), die mit großem Interesse bis zum Schluss blieb und zwischendrin sogar noch mit Oliver Schnakenberg das Siegerinterview führte! Der eigentliche Moderator Sascha Hertel schlug daraufhin vor, dann auch mal als Umweltminister zu agieren – eine Idee unter dem Motto: Kann man machen, muss man nicht machen…

Apropos Schnakenberg: Oliver gewann nicht nur mit dem Grossen Hindernispreis des Saarlandes auf Nueva Leon völlig überlegen das Hauptrennen, sondern setzte sich im Ausgleich IV auch noch mit Nardo sicher durch. Dies war übrigens das Einzige der sechs Flachrennen, welches nicht von vorne gewonnen wurde! Nardo setzte sich aus zweiter Position heraus gegen den lange führenden und ebenfalls hervorragend laufenden One Day Shadow durch. Für „Olli“ damit die perfekte 100 Prozent-Bilanz: Zwei Starts – zwei Siege. Und dies auf der Heimatbahn seines Herzblatts Eva Herresthal, die es nach einem Schlüsselbeinbruch (für sie ist die Saison damit leider zu Ende) gerade noch aus dem Krankenhaus heraus geschafft hatte, ihren Freund bei seinen Siegen zu bewundern.

Den obligarischen Doppelsieg schaffte in den letzten beiden Rennen dann auch noch das Erfolgsduo Sabrina Wandt/Christian von der Recke mit den ungefährdeten Derapour und Cape Violet, der nach zwei Starts in Deutschland sogar noch ungeschlagen ist.
Der zweite Ausgleich des Tages wurde eine Beute des Stalles Hufnagel: Klaus Hufnagel aus Dortmund durfte genießen, wie seine Diplomatie genau wie im Vorjahr erneut Start-Ziel triumphierte. Das Kunststück des Tages gelang jedoch Davy Oost im „Veteranen“-Rennen (für ehemalige Rennreiter), als er mehr als eine Runde vor Schluss den Bügel verlor, zudem der Sattel rutschte und trotzdem unter allen möglichen verbliebenen denkbaren Hilfen Eastern Warrior noch zum Sieg motivierte!

Obwohl (oder vielleicht gerade weil?) man sich diesmal mit Tipps und Vorhersagen vor den Rennen im Gegensatz zum Vorjahr zurück hielt, steigerte sich der Umsatz um über 11 Prozent auf 13.617 Euro (inklusive Pony- und Juniorcup), denn die Quoten waren so teilweise sehr attraktiv und motivierten die Leute zum Mitspielen. Ein schönes Ergebnis zum 40jährigen Jubiläum des Rennvereins. Interessant, dass fast zwei Drittel davon aus der Sieg- und Platzwette resultierten (!). Im Einzelnen sieht das folgendermaßen aus: 5458 Sieg, 3045 Platz, 1652,5 Zweier und 3461,5 Euro Dreierwette.

Nicht unerwähnt bleiben soll der Rennkommentator, denn auch dieser ist eine Honzrather Spezialität und nicht ganz unbekannt: Lokalmatador Michael Rosport macht das nämlich nur einmal im Jahr, am Sonntag wieder glänzend und fehlerfrei.

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