Grand Prix-Drama: Illo fliegt raus, Norderney gl?cklich

Die Pferde hatten im Großen Preis der Wirtschaft (Gruppe III, 50.000 Euro, 2000 m) am Sonntag in Dortmund gerade die Linie passiert, da ertönte die Protestsirene der Rennleitung. Klarer Fall, im Finish dieses Sonntags-Highlights (Foto) in der Westfalen-Metropole war es besonders ruppig zur Sache gegangen, und auf die Turf-Schiedsrichter wartete viel Arbeit.

Doch der Reihe nach: Alianthus legte wie schon in Düsseldorf zuletzt eine flotte Fahrt vor und hatte unterwegs bis zu drei Längen Vorsprung auf die Konkurrenz. Diese führte Il Divo an vor dem 26:10-Favoriten Illo, dahinter sah man Norderney gemeinsam mit dem Soumillon-Ritt Scolari, während Torres vor dem Vorjahressieger Zaungast und Serienhoehe einen der hinteren Plätze einnahm.

Im Einlauf war Alianthus bald nicht mehr in der Lage, die Konkurrenz abzuwehren. Denn in bester Haltung rückte Illo (Adrie de Vries/Jens Hirschberger) außen an die Spitze. Hart innen versuchte es die Nona-Stute Norderney (Andrasch Starke/Peter Schiergen), während außen der Ittlinger Scolari (Christophe Soumillon/Torsten Mundry) gefährlich aufkam.

Illo tendierte unter der Peitsche in der Distanz brüsk nach außen und behinderte dabei Scolari, der keine Siegchance besessen hätte. Doch das spielte keine Rolle, denn Scolari verfehlte hinter dem souveränen Illo nur nach Zielfoto mit einer Nase das zweite Geld gegen Norderney, da blieb der Rennleitung keine andere Wahl als zu reagieren.

Sie disqualifizierte Illo und setzte ihn hinter Scolari auf Rang drei, während die 40:10-Chance Norderney den Sieg am Grünen Tisch bekam, womit nach 2007 mit Soldier Hollow wieder das Team Andrasch Starke/Peter Schiergen erfolgreich war.

Die übrigen Kandidaten spielten keine Rolle, wobei Zaungast guter Vierter wurde, während Il Divo, Torres und Serienhoehe bald nicht mehr zwingend waren (Video ansehen).

‚Heute hat nicht das beste Pferd gewonnen. Wir müssen die Entscheidung der Rennleitung akzeptieren‘, bedauerte Schlenderhans General Manager Gebhard Apelt. Und Jens Hirschberger erklärte: ‚Es war erst Illos sechster Start, er zeigte noch Unreife, Adrie kann man keinen Vorwurf machen.‘

Norderneys Jockey Andrasch Starke meinte: ‚Von der Behinderung habe ich nichts mitbekommen und habe meine Stute weitergeritten, sie hat toll gekämpft, es freut mich für sie.‘

Scolaris Trainer Torsten Mundry sagte: ‚Wir hatten immer eine hohe Meinung von Scolari. Er hat sich immer weiter gesteigert.‘

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