Zum 71. Mal wird am Sonntag auf der Rennbahn Mais in Meran der Gran Premio Meran Forst, das mit satten 380.000 Euro dotierte Jagdrennen über 5000 Meter, gelaufen. Auch deutsche Pferde haben sich in der Vergangenheit in dieser schweren Steeplechase versucht. Und das sogar mit Erfolg, denn vor genau fünf Jahren stellte Christian von der Recke hier mit dem Brief Truce-Sohn Rosenbrief den Sieger für Besitzerin Dr. Anne Grimminger.
Unter dem Franzosen Thierry Steeger triumphierte der Wallach damals in dem Gruppe I-Rennen, auch wenn man dazu sagen muss, dass er von der Disqualifikation zweier Gegner profitierte, die eine falsche Bahn einschlugen. Am Sonntag hofft von der Recke auf seinen zweiten Sieg in diesem Rennen, wenn er für den belgischen Besitzer Filip Caenepeel den England-Import Our Hero ins Rennen schickt.
Der Siebenjährige gab zuletzt in der Grand Steeple Chase des Flandres im belgischen Waregem seinen Einstand, die er als Fünfter beendete. Zwar hatte er dort keine Siegchance, aber für das erste Mal lief er sicher gut genug. Wie damals sitzt der englische Top-Hindernisjockey Jamie Moore im Sattel des Weilerswister Pferdes, das allerdings auf drei Pferde trifft, die in Belgien schon vor ihm waren.
Denn mit Alpha Speed (Trainer Jerome Follain/Jockey Stephane Juteau), Royal Verrie (Philippe Peltier/David Berra), war im Vorjahr bereits Zweiter im Gran Premio Merano) und Puncho (Patrice Quinton/Jerome Zuliani) kommen gleich die ersten Drei aus Waregem erneut an den Start und die Gewichte haben sich sogar noch etwas zu Ungunsten des deutschen Pferdes verschoben.
„Er hat sich seit Waregem aber um einiges verbessert“, erklärt Christian von der Recke jedoch gegenüber GaloppOnline.de.
Der Favorit des Rennens könnte aus Frankreich kommen, denn Trainer Jacques Ortet bietet mit Alarm Call einen mehrfachen Gruppesieger auf. Noch Mitte Juni schlug der Zehnjährige, der in seiner Karriere bereits mehr als eine Million Euro verdient hat, im Prix de Drags (Gr.II) in Auteuil den Ausnahmesteepler Remember Rose.
Und mit Christophe Pieux sitzt einer der besten französischen Hindernisjockeys im Sattel. Sein stärkster Konkurrent kommt in Form des von Guillaume Macaire trainierten Rigoureux (James Reveley) ebenfalls aus unserem Nachbarland, denn der Wallach hat bei 41 Starts 24 Siege errungen und ist bei seinen letzten elf Starts immer siegreich geblieben.
Zudem hat er zuletzt auch bereits Erfahrung in Meran sammeln können, als er eine 112.000 Euro-Prüfung gewann. Auch Paul Andrew Johnson hat im Highlight der Meraner Saison einen Ritt. Er sitzt im Sattel des von Enrico Galli trainierten Asselin, der zum dritten Mal in Folge an diesem Top-Rennen teilnimmt. 2008 war er Fünfter, im letzten Jahr Achter. Aktuell kommt Asselin mit einem zweiten Platz aus einem Listenrennen in Meran an den Start.
Kandinsky, Duero, Budapest und Sharpmon trafen sich auf der gleichen Bahn bereits zuletzt in einem Gruppe III-Rennen und kamen in dieser Reihenfolge auf die Plätze eins bis vier. Dabei enttäuschte Sharpmon, der von Dirk Fuhrmann für Francesco Contu geritten wird, als 17:10-Favorit. Fuhrmann hat den Gran Premio di Meran bereits dreimal gewonnen. 1999 mit Kifti, 2001 mit Scaligero und 2006 mit Kolorado. Komplettiert wird das Starterfeld durch den Schweizer Gast Oh Calin.
Christian von der Recke (Foto), der selbst vor Ort sein wird, ist mit drei weiteren Pferden in Meran engagiert. Der unverwüstliche Our First Chesnut bestreitet unter Jamie Moore ein mit 18.000 Euro dotiertes Hürdenrennen über 3300 Meter. Über die gleiche Distanz geht es in einem 15.000er auf der Hürdenbahn für Maxwil, der ebenfalls von Jamie Moore geritten wird. Und schließlich kommt noch der Dreijährige Readymade in einem Amateurrennen auf der Meile zum Einsatz.










