In einem ausführlichen Exclusiv-Interview mit dem französischen Internet-Newsletter „Jour de Galop“ äußerte sich France Galop-Präsident Edouard de Rothschild am Montag zur aktuellen Lage im französischen Rennsport.
„Ich muss klar sagen. Wir haben einen Vorschuss erhalten, aber der Staat hat in der Sache nicht geantwortet, sondern das Problem verschoben, er hat uns im Grunde die gleiche Antwort gegeben, wie allen anderen Wirtschaftszweigen auch (auch wenn die Gastronomie Steuervergünstigungen bekommt). Die nächsten Treffen, die nach der Wiederaufnahme der Rennen nach einigen Renntagen vorgesehen sind, werden entscheidend sein. Es wird notwendig sein, dass das Stunden von Forderungen in einen völligen Verzicht auf diese umgewandelt wird. Wir werden dafür kämpfen“, so Rothschild.
Nach Aussage des Präsidenten des französischen Galopper-Dachverbandes habe man ein Szenario entworfen, in dem man den Schaden, der der Branche durch die Coronakrise entstanden ist, auf 390 Millionen Euro geschätzt hat, wobei man sich an den Zahlen von 2019 orientierte. Man hat den Staat gebeten, auf 145 Millionen Abgaben zu verzichten, aber von dieser Zahl sei man derzeit noch weit entfernt. Als Erfolg wertete Rothschild allerdings, dass man ab dem 11. Mai wieder veranstalten dürfe, selbst dafür sei ein großer Kampf bei der Politik notwendig gewesen.
„Die Regierung hat uns eindeutig gebeten, die Rennpreise zu senken. Um die Verringerung der Rennpreise zu minimieren, während wir über mehrere Monate große Teile unseres Umsatzes einbüßen, werden wir erhebliche Defizite einkalkulieren müssen, die wir mit unserem Bargeld ausgleichen. 55 Millionen Euro liegen auf einem Konto der PMU. Das ist für France Galop ein großer finanzieller Kraftakt, den wir aber stemmen müssen, um die Zukunft der im Rennsport Beschäftigten zu sichern. Ende des Jahres dürfte France Galop einen Verlust von 80 Millionen Euro erwarten“, so Rothschild.
Die Rennpreise aller Rennen werden um mindestens 20 Prozent gekürzt. Die der Black Type-Rennen sogar um 30 Prozent. Die PMU erwartet für dieses Jahr ein Ergebnis von 457 Millionen Euro, verglichen mit 770 Millionen Euro im Jahr 2019. Für die PMU sei deshalb wichtig, Stammkunden von „Offline“ auf „Online“ umzustellen, und auch die Sportwetter ins Boot zu holen, die in Sachen Wetten ja derzeit auf dem Trockenen liegen, da das Sportwetten-Angebot aktuell extrem begrenzt ist.
Zudem sollen Rennsportinteressierte dazu aufgerufen werden, wieder verstärkt zu wetten. Dazu will man offensive Werbekampagnen starten.











