Mit großer Genugtuung hat Günter Paul das Urteil des Frankfurter Oberlandesgerichtes vom 27. März zur Kenntnis genommen. Der Präsident des unter Insolvenzrecht stehenden Frankfurter Renn-Klubs hat erreicht, dass der Betreiber der Golfanlage inmitten der Galopprennbahn in Niederrad unverzüglich das Gelände verlassen muss. „Das Urteil ist sofort vollstreckbar“, sagt Dr. Günter Paul.
Es war einer der vielen Prozesse, die der Renn-Klub gegen Peter Kring, den Inhaber der Paragon Golf-Akademie geführt hat, „aber dieser ist von ganz besonderer Bedeutung gewesen“, betont Paul.
Mit der Räumungsklage gelang es dem Renn-Klub erstmals, gegen Kring die Oberhand zu behalten. Grund der Klage waren unkorrekte Abrechnungen und erhebliche Verstöße gegen den mit dem Renn-Klub geschlossenen Mietvertrag. Die Urteilsbegründung wird Kring erst später zugestellt werden, was trotz einer möglichen Revision am sofortigen Vollzug des Urteils jedoch nichts ändert.
Sollte Kring dem Spruch des Oberlandesgerichts nicht nachkommen, könnte umgehend der Gerichtsvollzieher bei ihm vor der Tür stehen.
Umsetzen muß dieses Urteil nun die Insolvenzverwalterin Hildegard Hövel, die dieser Pflicht nicht ohne eine gewisse Freude nachkommen wird. Sie sei „unverschämt“ von Paragon behandelt worden, was zu ihrem ganz persönlichen Urteil geführt hatte: „Mit denen kann man keine Geschäfte machen.“
Der Renn-Klub Frankfurt hatte wegen erheblicher Zahlungsschwierigkeiten im späten Herbst Insolvenz anmelden müssen, um sich nicht einer Insolvenzverschleppung schuldig zu machen. Ein im Dezember neugegründeter Renn-Verein steht nun als Veranstalter für die zehn Renntage im Jahr 2009 in der Verantwortung. Nach der Insolvenzanmeldung des Renn-Klubs hatte sich Paragon Hoffnungen gemacht, zusammen mit dem chinesischen Investor des in Bau befindlichen Rennbahnhotels nach der kompletten Übernahme des Geländes aus der Neun-Lochanlage einen 18-Loch-Golfplatz zu errichten.
Mit diesem Vorhaben scheiterte er am Veto der Stadtregierung, die die Pferderennen in Niederrad unbedingt erhalten wollte. In vier Jahren steht zudem das Jubiläum „150 Jahre Pferderennen in Frankfurt“ an.










