Was sich aus rennsportlicher Sicht derzeit in Frankfurt abspielt, könnte auch als „Komödienstadl“ auf hessisch über die Bühne gehen. Da wurde am letzten Donnerstag im Büro des Frankfurter Notars Haldenwang ein neuer Verein gegründet. Er nennt sich Frankfurter Renn-Klub. Seine Zielsetzung: Die Zukunft der Frankfurter Rennbahn sichern.
In Anwesenheit von 48 Gründungsmitgliedern – auch Personen aus dem derzeit ebenfalls tätigen Frankurter Renn-Verein waren darunter – stieg Christiane Weil-Daßbach zur neuen Präsidentin auf.
Die Frankfurterin, die zur Eigentümerfamilie des Odenwälder Vollblutgestüts Etzean gehört, ist bisher auch noch Vorstandsmitglied des Frankfurter Renn-Vereins. Dieser liegt aktuell mit Manfred Hellwig, dem Gesellschafter der Frankfurter Hippodrom GmbH und somit Pächter der Frankfurter Rennbahn, im dicken Clinch, wie wir in der letzten Woche berichteten.
Nach Gründung des neuens Renn-Klubs beauftragte die Frankfurter Hippodrom GmbH, die seit Donnerstag den Pachtvertrag der Stadt Frankfurt besitzt, den neuen Renn-Club zur Fortführung von Rennen ab der kommenden Saison. „Der alte Renn-Verein hat keine Heimat mehr auf der Rennbahn“, äußerte sich Präsidiumsmitglied Carl-Philipp zu Solms gegenüber der „Frankfurter Rundschau“.
Neben Christiane Weil-Daßbach und Carl-Philipp zu Solms ist Manfred Hellwig das dritte Präsidiumsmitglied. Der Renn-Verein Frankfurt will nun klären, was das juristisch für Konsequenzen hat. Dass die Hippodrom GmbH von Manfred Hellwig sich eines Dritten zur Durchführung von Rennen bedienen kann, wurde vom Frankfurter Liegenschaftsamt bestätigt.
Da der neu gegründete Frankfurter Renn-Klub unter seiner Regie erst im kommenden Jahr Rennen in Niederrad veranstalten möchte und dem Renn-Verein zurzeit weder eine Bahn noch die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen – der letzte Mittwoch-Renntag vom 11. August wurde noch nicht abgerechnet – sieht es für weitere diesjährige Renntermine in Frankfurt – zwei waren noch geplant – sehr düster aus.
Die neue Präsidentin Christian Weil-Daßbach am Montag: „Ich habe mich nicht um dieses Amt geschlagen, aber ich denke, der Schritt mit der Neugründung war unbedingt notwendig. Ich liebe Pferde und die Frankfurter Rennen, und ich möchte dies unbedingt in Niederrad erhalten. Deshalb habe ich mich für das Präsidentenamt zur Verfügung gestellt.“
Man kann davon ausgehen, dass Präsident Peter Schwierz vom Frankfurter Renn-Verein nicht kampflos das Feld räumen wird. „Wir erheben Anspruch auf 100.000 Euro aus den Golfeinnahmen“, so Peter Schwierz gegenüber der „Frankfurter Rundschau“. Auch will man juristisch klären, inwieweit Manfred Hellwig an Zusagen und Absprachen gegenüber dem Renn-Verein gebunden ist.










