Fifty-Fifty: Auslandsauftritt oder Start in Zucht-Karriere

Nach zwei denkbar knappen Niederlagen mit Egerton gegen Youmzain im Preis von Europa und Saddex gegen Karavel in Hoppegarten konnte der erste Mann am Stall von Peter Rau in Warendorf am Sonntag in Frankfurt endlich zur Siegerehrung schrei­ten.

Möglich machte dies die vom Gestüt Brümmerhof gezogene La Dancia, in deren Farben die Mull of Kintyre-Tochter den Frankfurter Stutenpreis der Mehl-Mülhens-Stiftung, der die dritte Auflage als Gruppe-Rennen erlebte, in sehr sicherer Manier gewann.

Als härteste Widersacherin sollte sich die favo­risierte Nordtänzerin erweisen, deren Trainer Peter Schiergen den unpas­sen­den Rennverlauf als Grund für die Niederlage reklamierte.

„Sie musste sich das Rennen selbst machen, hatte kein Führpferd wie beim Merrill Lynch Euro-Cup, als sie sie dann in der Zielgeraden zunächst der Konkurrenz davonlief“, so der Kölner Trainer, der den Sieg von La Dancia aber neidlos anerkannte.

„Dabei hatte ich vorher Terry Hellier noch gesagt, er solle mit Wellola für uns Tempo ma­chen, was er aber nicht gemacht hat, dafür nehme ich ihn jetzt nicht mit zu­rück nach Köln“, meinte der Kölner Trainer scherzhaft, um sich dann mit Paul Harley und Terry Hellier auf den Heimweg ins Rheinland zu begeben.

„Es steht fifty-fifty, was die Zukunft von La Dancia anbelangt. Sie hat jetzt ein Gruppe-Rennen gewonnen und wäre sicherlich auch gut genug, um im Aus­land zu bestehen, doch genauso gut könnte jetzt der Weg in die Zucht führen, immerhin hat sie auf Gruppe-Ebene gewonnen. Das will gut überlegt sein und wird eingehend erörtert“, erklärte Gregor Baum (Foto mit Torsten Mundry), Eigner des Gestüts Brüm­mer­hof, ehe er sich auf zur Heimreise nach Niedersachsen machte.

Mit seiner Frau Julia weilte der erfolgreiche Unternehmer schon früh auf der Nieder­rä­der Bahn, „zum einen, um das Geläuf zu inspizieren und zum anderen, weil wir auch im ersten Rennen in Düsseldorf einen Starter hatten und dessen Ab­schneiden am Fernseher verfolgen wollten.“

Ohne das Kölner Pech, als wir grob behndert worden sind, wäre la Dancia noch ungeschlagen“, haderte Joc­key Torsten Mundry bei aller Freude über den Sieg noch einmal mit dem Schicksal, um dann der Stute ein dickes Lob zu machen.

„Sie hat sich von Start zu Start gesteigert und ist ein sehr gutes Pferd“, so der Jockey, dem zu­sammen mit Trainer Peter Rau die Titelverteidigung gewann, denn dieses Team hatte im Vorjahr mit der Ravensbergerin Wurfscheibe gewonnen, die mittlerweile in die Zucht übernommen wurde, wohin auch der Weg von La Dan­cia führen könnte. Auf Nordtänzerin wartet jetzt die Winterruhe.

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