Will man einen Text zum SPARDA 143. Deutschen Derby verfassen, so kann man an allererster Front nur einen Namen im Kopf haben. Zu leicht, nein zu überlegen, war bei seinen vier bisherigen Auftritten Dr. Christoph Berglars Novellist voraus. Natürlich will man die Favoritenrolle immer von sich weisen. Denn dem großen Druck, der dadurch auf einem lastet, muss man erst einmal standhalten.
Doch bei Novellist ist irgendwie alles anders. Immer wieder rechnet man einmal mit einem Schwächemoment des so schick anzuschauenden Monsun-Sohnes, immer wieder erledigt er seine Aufgaben mit großer Autorität. Und es ist ja nicht so, als ob er nicht stets starke Gegner vor der Brust gehabt hätte. Man kann es drehen und wenden wie man will: In diesem Jahr gibt es keinen, der das Zeug eines Novellist besitzt. Wer in Frankfurt beim Frühjahrspreis des Bankhauses Metzler auf de Bahn war, oder aber die Novellist-Gala in der Union am letzten Sonntag gesehen hat, der wird es nachvollziehen können.
Es gibt – momentan jedenfalls – deutschlandweit keine Opposition. Deutschlandweit, denn Nachnennungen sind dieser Tage möglich. In das 500.000-Euro-Rennen kommt man am Montag vor dem Rennen für eine Gebühr von 50.000 noch verspätet rein. Das Team des Münchener Siegers Pakal hat bereits abgewunken.
Und vor allem sind auch ausländische Interessen immer wieder dabei, wenn es um das Blaue Band Deutschlands geht. Zumeist sind diese dann auch mit extrem guten Chancen versehen, denn Scheikh Mohammed oder das Coolmoore-Imperium können bis ganz zuletzt warten, ehe sie sich entscheiden, welchen ihrer Vierbeiner sie für Hamburg nachträglich eintragen lassen.
In den letzten Tagen wurde kolportiert, dass Aidan O‘Brien das Hamburger Derby klar im Visier hat. Es sickerte auch durch mit welchem Kandidaten die Iren eventuell in die Hansestadt kommen wollen. Es handelt sich hierbei um den im französischen Derby reichlich unglücklich agierenden Imperial Monarch, der unter Trainersohn Joseph O‘Brien noch innen liegend als letztes Pferd in die Zielgerade kam, um dann den Weg ganz an die Außenseite zu finden und dort noch dicht heran zu laufen. Allerdings kann wohl kaum ein Pferd mit solch einem Rennverlauf ein europäischen Spitzen-Derby gewinnen.
Letztlich hat Aidan O‘Brien noch weitere Hochkaräter, die in gut zwei Wochen in Hamburg antreten könnten. Wir haben uns 14 Tage vor dem Deutschen Derby einmal die Festkurse der gängigen deutschen Buchmacher mit Internetpräsenzen angesehen und von fünf ausgewählten Buchmachern die Kurse verglichen. Branchenführer – wenn es um den Kurs für den klar favorisierten Monsun-Sohn Novellist geht – ist ganz klar der Münchener Buchmacher Simon Springer mit seiner Wettseite onextwo.com. Wer hier zur festen Quote auf einen Sieg von Novellist setzt, bekommt im Siegfall genau dreifaches Geld zurück.
Klar ist: Sollte es keine prominente Nachnennung für das Blaue Band geben, dann wäre der Kurs über die Maßen gut. Denn am Tag des Deutschen Derbys gibt es wohl ungefähr doppeltes Geld auf den Hengst aus dem Besitz von Dr. Christoph Berglar, der noch nicht die Ehre hatte im Derby ganz vorne zu landen. Ein Kurs um 20:10 scheint realistisch, wenn sich am Wochenende nicht noch weltbewegendes tut und eben kein bärenstarker nachgenannter Gast nach Hamburg kommt.
Gemeinsam mit der Kölner Buchmacherfirma Göser, die im Internet über www.interbet.de zu erreichen ist, gibt es bei Springer auch auf die zweite Wöhler-Waffe, Black Arrow, den besten Kurs. 85:10 ist derzeit der beste Kurs auf den Spross von Teofilo, der mit der 2400-Meter-Distanz sicher keine Probleme haben wird, in München aber doch noch von einem widererstarkten Pakal „überrumpelt“ wurde. Man muss dazu erklären, dass William Buick sicher nicht an die allerletzten Reserven von Black Arrow ging, denn der Langzeitplan ist auch mit ihm ein Start im Deutschen Derby.
Doch der Galopper aus dem Besitz der Fußballprofis Claudio Pizarro und Tim Borowski galt vor dem München-Test als unbezwingbar und man wurde eines besseren belehrt. 85:10 notiert der Wöhler-Schützling auch am Tag des Derbys auf der Bahn. Zumindest etwas mehr Fantasie ist da noch bei Feuerblitz vorhanden. Der Sieger des Italienischen Derbys war beim Saisondebüt klar distanziert Zweiter zu Black Arrow, hat seitdem aber offenkundig enorme Fortschritte gemacht und erlebte einen Super-Tag, als er das Derby Italiano an seine Fahnen heftete.
Sein Start im Deutschen Derby ist sicher. Allerdings sollten bei ihm schon einige Zweifel angebracht sein, ob er 2400 Meter stehen kann. Schließlich hat sein Vater Big Shuffle nie die ganz großen Steher gebracht. Doch sollte sich hier die Mutter, Flamingo Island, zumindest in der Stamina-Frage durchgesetzt haben. Man wird sehen, wie weit der von Michael Figge zu einem Top-Galopper geformten Hengst in Hamburg kommt. 100:10 ist allerdings bei www.pferdewetten.de und auch bei www.onextwo.de kein so guter Kurs.
Zwei interessante Pferde – vielleicht sogar für den Sieg in Hamburg – sind in Sharivar und in Darak zu sehen. Beide Pferde sind verhältnismäßig spät dran und das ist das einzige Manko. Darak läuft am Sonntag im letzten Derby-Trial in Bremen und muss dort Farbe bekennen. Für 280:10 könnte man ihn bei Albers (www.yoobet.de) schon mit ein paar Euro wetten. Denn wenn er am Wochenende vielleicht sogar gewinnt, dann purzeln die Kurse. Zweites Pferd, das schon im Winter hoch gehandelt wurde und bislang erst zwei Mal gelaufen ist, ist der Ittlinger Sharivar.
Vor seinem vierten Platz in München hatte er sichtlich unreif in Dresden gewonnen. Nachdem er in München fast ohne Stock geritten wurde und als Vierter stark lief, kamen ganz offenkundig einige Wetten bei den hiesigen Buchmachern an. Denn von über 200:10 gibt es nun in der Spitze 120:10 auf einen Sieg des Ittlingers. Es gibt weiterhin sehr viel Interesse an diesem Pferd. Ihn sollte man unterstützen.












