Es war ein IVG – Preis von Europa am Sonntag in Köln, an den man noch lange zurückdenken wird. Mit einem Finish, das die Zuschauer im Weidenpescher Park von den Sitzen riss. Und wieder einmal bewies Kieren Fallon (Foto), der in England schwierige Zeiten durchmacht, was für ein Spitzenmann er im Sattel ist.
Mit einer großen Energieleistung brachte er den 18:10-Favoriten Youmzain doch noch nach vorne und bescherte Besitzer Jaber Abdullah die 100.000 Euro Siegprämie in diesem mit 160.000 Euro dotierten Gruppe I-Rennen über die Distanz von 2400 Metern.
Dabei hatte es unterwegs gar nicht so günstig ausgesehen für den von Mick Channon vorbereiteten Dreijährigen. Der Sinndar-Sohn galoppierte in hinteren Regionen, während Oriental Tiger die Spitze übernahm, doch im ersten Bogen passierte ein schlimmes Malheur. Der Derby-Dritte brach aus, kam überhaupt nicht um die Kurve, verlor jede Menge Schwung und fand sich plötzlich am Schluss des Feldes wieder.
Im Schlussbogen hatte er jedoch längst wieder Kontakt zu den anderen Pferden. Brisant und Quelle Amore, die jedoch beide Probleme bekamen, lagen hier noch in Front, innen ging Enforcer vor Egerton, Youmzain musste noch einiges aufholen.
Im Einlauf hatte bald schon Egerton einen Vorteil, doch Enforcer gab sich nie geschlagen. Beide Pferde legten sich mächtig ins Zeug. Und außen war auf einmal wieder Oriental Tiger zur Stelle. Und in der Distanz entwickelte Youmzain, mit dem Fallon auf die Innenseite gepocht hatte, ungeahnte Reserven.
Mit einer großen Aufholjagd schaffte der Channon-Schützling noch die Wende, schob sich mit einer halben Länge an Egerton (Torsten Mundry) und Enforcer (Martin Dwyer) vorbei. Egerton blieb dabei nicht gerade und kam Enforcer ins Gehege, doch beließ man es bei einer Überprüfung.
Natürlich herrschte bei Jaber Abdullahs Racing Manager Bruce Raymond eitel Sonnenschein: ‚Kieren Fallon habe ich keine Order gegeben, er ist ein Genie im Sattel, das hat er heute wieder einmal bewiesen.‘
Hochzufrieden war auch Peter Rau mit Egerton: ‚Er hat bewiesen, dass sein Sieg in Hamburg keine Eintagsfliege war. Der Boden passte. Wir waren mit Mumm hierher gefahren. Jetzt geht es ins Gruppe I-Rennen nach Mailand.‘
Enforcer verkaufte sich gut genug, hatte noch einiges Pech. ‚Ohne die Störung wäre er Zweiter geworden‘, meinte Martin Dwyer über den Muir-Vertreter.
Und Oriental Tiger? Der Auenqueller lief als Vierter angesichts des Pechs im ersten Bogen grandios, war sicherlich der moralische Sieger des Rennens. ‚Bei glattem Verlauf gewinnt er. Im nächsten Jahr werden wir noch viel von ihm sehen‘, meinte Mitbesitzer Peter-Michael Endres. Die Leistung ist nicht hoch genug einzuschätzen. Auch Manfred Chapmann war sicher: ‚Bei einem anderen Rennverlauf, hätte nur Oriental Tiger gewonnen.‘
Brisant, Quelle Amore und All Spirit endeten im geschlagenen Feld in einer Prüfung, an die man noch lange denken wird!












