Fallon is back: Turf-Deutschland erwartet den Top-Jockey

Es ist alles vorbereitet, ein besonders spannendes Comeback steht an: Der zuständige Ausschuss in London gab Kieren Fallon (Foto) die Reitlizenz zurück, auch der Mediziner attestierte dem sechsfachen Jockey-Champion eine „sehr gute körperliche Verfassung“. Am Freitag hatte der Meisterjockey seine ersten Auftritte in Lingfield und Kempton Park, sein Konterfei ist in nahezu jeder britischen Zeitung in diesen Tagen zu sehen. The Fallon is back!

Genie und Wahnsinn – bekanntlich liegen diese Extremeigenschaften bei vielen Menschen nah beieinander. Wie bei – da sind sich vielen Experten einig – Kieren Fallon. Das Ende des jetzt 44-jährigen schien im letzten Jahr besiegelt. Zunächst war er in Frankreich wegen Einnahme einer verbotenen Substanz gesperrt worden.

In England liefen Verfahren in insgeamt 27 Fällen wegen „verschobener Rennen“ zwischen 2003 und 2004. Während Fallon in England mit einem Freispruch davon kam, brummten die franzsösischen Gremien dem damaligen Stalljockey von Aidan O‘ Brien eine 18-monatige Sperre auf. Sein Kokain-Vergehen war ein Wiederholungsfall in Frankreich gewesen.

Dich im Grunde hatte Fallon nie Zweifel an seinem Comeback. Schon wenige Wochen nach der harten Entscheidung in Paris, stellte sich der 1965 in Crusheen geborene Ire vor die Presse. „Ich werde zurück kommen und mir einen neuen Championtitel holen. Auch werde ich 2010 wieder 200 Sieger reiten. Dies ist mit in vier der letzten sechs Jahre gelungen. Zudem werde ich rigorose Maßnahmen ergreifen, damit ich drogenfrei bleibe.“

Es gab nicht wenige, die dies dem sechsfachen Championjockey nicht zutrauten. Doch nach einem USA-Aufenthalt stieg er bei führenden englischen Trainern morgens in den Sattel und strickte schnurstracks an seinem Comeback.

Drei Derbys, 21 Klassiker und auch der Große Preis von Baden gehen auf das Siegkonto des jetzt 44-jährigen. Seine größten Jahre hatte Fallon bei den Spitzenquartieren von Henry Cecil, Sir Michael Stoute und Aidan O‘ Brien. Sein Arc-Sieg mit Hurricane Run war solch ein cooler Ritt, wie man es zuvor selten in diesem Rennen gesehen hat.

Ammerländer Farben trug Fallon, der bei der lebenden irischen Trainerlegende Kevin Prendergast sein Handwerk lernte und 1984 seinen ersten Sieger ritt, auch bei Borgias Erfolg im Großen Preis von Baden 1997. Auch saß er auf der famosen Stute, als diese im „Arc“ und Breeders Cup in die Platzierung lief. Am Sonntag wird Kieren Fallon der Star auf dem Iffezheimer Hippodrom sein.

Keine Frage, sein Auftritt auf Youmzain dürfte die ohenhin stets stolze Besucherzahl am Finaltag der Großen Rennwoche noch erheblich steigen lassen. Mit dem Channon-Schützling siegte Kieren Fallon 2006 im Preis von Europa. Auch nach einem meisterlichen Ritt. Am Mittwochmorgen saß Fallon bei der Schlussarbeit im Sattel des zweifachen Arc-Zweiten.

„Die Arbeit war sehr gut, ich bis zuverschtlich, dass wir am Sonntag im Großen Preis von Baden weit vorne enden“, so Kieren Fallon, auf dessen Auftritt in Iffezheim sich in der Tat ganz Turf-Deutschland freuen dürfte. Doch wie gut ist der mittlerweile sechsjährige Weltenbummler Youmzain aktuell? Drei Starts absolvierte der Channon-Schützling in diesem Jahr. Im Dubai Sheema Classic besaß er als Vierter keine Chance gegen Eastern Anthem.

Nach einer Pause schrammte der Sinndar-Sohn im Coronation Cup von Epsom hauchdünn am vorllen Erfolg vorbei, als Ask auf der Linie den Kopf in Front streckte. Mit dieser Form im Gepäck ging Youmzain als klarer Favorit in den Grand Prix de Saint-Cloud, besaß gegen Spanish Moon und Alpine Rose ernsthaft keine Siegchance.

Doch allein die Referenz von zwei zweiten Plätzen im Prix de l‘ Arc de Triomphe sind Leistungen, die kein anderer Teilnehmer im Iffezheimer Grand-Prix vorweisen kann. Doch kann er daran anknüpfen? Jünger ist Youmzain inzwischen nicht geworden.

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