Esther Ruth Wei?meier mit einem Doppelsieg in Billigheim

In den letzten Wochen war Fabian Weißmeier dafür bekannt, mehrere Siege an einem Renntag zu erringen. Da er jedoch am Sonnabend heiratete, musste tags darauf seine talentierte Schwester Esther Weißmeier gewissermaßen in die Bresche springen und tat dies mit Bravour:

Trotz kurzer Nacht und wenig Schlaf nach den Hochzeitsfeierlichkeiten ihres Bruders brauchte sie nur ein Rennen, um wieder in Schwung zu kommen, ehe die 16jährige auf Cyrielle und kurz darauf im Araberrennen mit Madji zu einem Doppelschlag ausholte. Und dies bei ihrem erst dritten sowie vierten Ritt als Auszubildende.

Wobei ihr Triumph bei den Arabern während der Siegerehrung stilgerecht von „Ölscheichs“ begleitet wurde, die vom vorangegangen Festzug direkt aufs Geläuf kamen. Denn die Rennen in Billigheim sind stets in den legendären „Purzelmarkt“ eingebettet, der seit sagen und schreibe 563 (!) Jahren stattfindet.

Leider werden bei diesem ältesten Volksfest der Pfalz Pferdewetten noch nicht so recht angenommen, meideten doch die zahlreichen Besucher das Totohäuschen im wahrsten Sinne des Wortes fast wie die Pest: Links vom Toto waren Tausende, rechts davon Tausende, nur an die Wettschalter selbst verirrten sich bedauerlicherweise wenige. Dabei war das Programm sogar kostenlos, den Festbesuchern jedoch wohl auch nicht zum Lesen zumute.

So wurden dann eben lediglich 7.374 Euro (inklusive Pony- und Reitpferderennen) in die Kassen gespült, davon 2.648 Euro von der zum ersten Mal angebotenen Außenwette. Immerhin fast eine Verdopplung gegenüber dem ersten Versuch 2011 (3.941 Euro). Im letzten Jahr hatte man auf den Wettbetrieb verzichtet, jedoch wohl den Zeitplan von dort übernommen, denn 20-Minuten-Abstände sind mit Totobetrieb natürlich mehr als knapp. So summierte sich die Verspätung am Ende auf rekordverdächtige eineinhalb Stunden.

Zuvor konnte sich die in großer Form reitende Selina Ehl mit ihrem Pachomius das Hauptrennen (Schwarz-Gelbes Band von Billigheim) Start-Ziel sichern, zudem belegte sie auf High Prince noch Rang zwei.

Und auch der andere Reiter in Überform, Meik Großmann, schlug nach seinen beiden Erfolgen der Vorwoche noch einmal zu: Auf Amor Fati gewann er den abschließenden Ausgleich, musste sich den ersten Rang im Toten Rennen jedoch mit Cedric Bauer teilen, der auf Sotero den ersten Sieg seiner Laufbahn feiern konnte.

Großmann bestätigte seine aktuell große Form noch mit zwei zweiten Rängen auf Wonderfull Empire im Hauptrennen sowie Bella Sue in der einleitenden Prüfung. Diese hatte natürlich erwartungsgemäß gegen Beagle Boy (Foto) unter dem souveränen Mark Gier keine Chance: Der Peterschmitt-Schützling feierte seinen vierten Sieg in Folge, gewann von seinen letzten neun Rennen nicht weniger als acht (!).

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