Es hat nicht sollen sein: Quijano fehlt der Sheema-Kick

Eine vordere Platzierung im Sheema Classic, dem mit fünf Millionen Dollar neben dem Dubai Duty Free höchstdotierten Rennen auf Gras über 2400 Meter, schien möglich. Zehn Siege hintereinander, allein drei in Nad Al Sheba – der Fährhofer Quijano hatte in den vergangenen Wochen und Monaten die deutschen Turffans glücklich gemacht.

Doch im ultimativen Test, seiner ersten Gruppe I-Prüfung, einem der bestbesetzten Rennen des ganzen World Cup-Abends am Samstag, schrammte der Acatenango-Sohn als Siebter an den Geldrängen vorbei, landete allerdings gerade einmal 3,75 Längen hinter dem Sieger, dem Hong Kong-Crack Vengeance Of Rain.

Dabei hatte es lange Zeit sehr günstig ausgesehen für den von dem wiedergenesenen Stalljockey geritteten Wallach. Quijano galoppierte bei langsamer Fahrt hinter Godolphins Best Alibi an zweiter Position. Host hatte guten Anschluss, während der englische Derbysieger Sir Percy im Schlussbogen immer weiter nachsetzte.

Im Einlauf hatte Quijano den Widerstand des Piloten bald gebrochen, zog leicht in Front. Doch schon zu diesem Zeitpunkt tat sich der Schützling von Peter Schiergen nicht leicht. Es war spätestens Mitte der langen Geraden abzusehen, dass die beeindruckende Serie des Fünfjährigen diesmal reißen würde.

Auf dem letzten Stück kamen die Gegner von allen Seiten, Quijano trat auf der Stelle und wurde noch von sechs Konkurrenten verdrängt.

Aus dem erweiterten Vordertreffen trumpfte Vengeance Of Rain, von seinem ständigen Jockey Anthony Delpech optimal über den Kurs gebracht, riesig auf, kam noch locker mit eineinviertel Längen Vorsprung hin.

Interessant: Mit Oracle West, der von weit hinten regelrecht heranrauschte, wurde Quijanos jüngster Runner-up Zweiter. Auch der lange in Reserve gehende Engländer Youmzain wurde noch sehr flott und passierte als Dritter seinen Landsmann Sir Percy mit einem kurzen Kopf.

Als Fünfter verkaufte sich der Südafrikaner Sushisan sehr ordentlich, während der Melbourne Cup Zweite Pop Rock (Sechster) und Breeders´ Cup-Sieger Red Rocks (Neunter) die Erwartungen nicht erfüllen konnten.

‚Es fehlte Quijano heute der letzte Kick. Aber das Pferd hat nichts falsch gemacht. Zum Schluss wurde er halt etwas müde‘, kommentierte Andrasch Starke das Abschneiden.

Trainer Peter Schiergen ergänzte: ‚Leider ging ihm am Ende etwas die Luft aus. Mehr Tempo wäre sicherlich besser gewesen. Er ging diesmal nicht weiter.‘

Racing Manager Simon Stokes sagte: ‚Quijano hat in diesem Rennen nicht den entscheidenden Knopf gefunden. Zuletzt stand er fast. Andrasch hat alles richtig gemacht, als es kaum Tempo gab, aber das Pferd hat nicht so rwagiert, wie wir uns das erhofft hatten. Wichtig ist, dass er gesund aus dem Rennen kommt. Quijano wird am 3. April nach Deutschland zurückfliegen und dann erst eine Weile Ruhe bekommen. Die weitere Route ist nich nicht festgelegt.‘

Der Sieger Vengeance Of Rain (Foto) avancierte 2005 zum Gewinner der World Series Racing Championship, wird von David Ferraris in Hong Kong trainiert, sicherte sich beim 22. Start sein zehntes Rennen. Der sechsjährige Wallach bewies erstmals auch außerhalb seiner Heimat sein großes Können, hat nun fast acht Millionen US-Dollar eingaloppiert.

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