Es geht weiter: Italien atmet auf, endlich wieder Rennen

Es geht weiter: Nach einer vierwöchigen, unfreiwilligen Rennpause wird die italienische Saison 2008 der Galopper und Traber am Wochenende wieder fortgesetzt. Mit diesem Ergebnis schlossen die Verhandlungen über die Novellierung eines Glücksspielgesetzes an.

Das von der „Lega Nord“ vorgelegte neue Gesetz hat in Silvio Berlusconi, dem Ministerpräsidenten Italiens, einen prominenten Fürsprecher und sieht die Zuführung von einem Prozent aus dem Spielautomaten-Einnahmen an den Rennsport vor.

Die geschätzten 180.000.000 Euro sollten UNIRE, die italienische Rennsport-Aufsichtsbehörde, in die Lage versetzen, die Rennpreise für das Jahr 2009 auf dem Niveau von 2007 zu sichern.

Außerdem wurde zugesagt, für die verbleibenden Monate der laufenden Saison 25.000.000 Euro an Rennpreisen bereit zu stellen.

Die Verbände der Besitzer, Trainer, Züchter und Züchter, zusammengefasst im „Comitato di Crisi“, einem Krisenkomitee, ist bereit, den Rennbetrieb wieder aufzunehmen, will aber erst die Ratifizierung des neuen Gesetzes durch das Parlament abwarten.

Vorangegangen waren zahlreiche Aktivitäten der Beteiligten. So hatte sich die Streikleitung in einem Raum des Landwirtschaftsministeriums verschanzt und einen Hungerstreik durchgeführt. Am Dienstag erfolgte in der Hauptstadt ein Protestmarsch von Aktiven aus dem ganzen Land.

Zudem wurde in einer halbseitigen Anzeige in einer Tageszeitung Silvio Berlusconi um Hilfe gebeten, in der darauf hingewiesen wurde, dass rund 50.000 Arbeitsplätze gefährdet seien.

Diese Aktivitäten haben offenbar ihr Ziel erreicht, denn die von Berlusconi geführte Regierung verfügt über die klare Mehrheit, so dass das neue Gesetz eigentlich ohne Probleme die politischen Hürden passieren müsste.

Die Höhepunkte am Wochenende bilden am Sonntag in Rom der Premio Roma, ein mit 237.600 Euro dotiertes und über 2000 Meter führendes Gruppe-I-Rennen für Dreijährige und Ältere sowie der Premio Ribot, ein mit 126.225 Euro ausgestattetes Gruppe-II-Rennen, das dreijährige Meiler anspricht, während am Samstag auf der Mailänder San Siro-Anlage der Premio Chiusura (Gr. III) auf dem Programm steht.

Fester Starter für den Premio Roma aus deutschen Ställen ist der von Ralf Rohne in Düsseldorf für den Meraner Giovanni Martone trainierte Estejo (Foto), zuletzt Fünfter im Premio Federico Tesio (Gr.III) in Mailand. Der vierjährige Johan Cruyff-Sohn wird wie zuletzt von Daniele Porcu geritten.

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