So offen, wie das Mehl-Mülhens-Rennen, die German 2.000 Guineas vor dem Zug waren, so spannend präsentierte sich auch das Rennen, denn bis weit in die Zielgerade hinein besaß mehr als das halbe Feld eine Siegchance. Und es entwickelte sich ein dramatisches Finish, das die zahlreichen Besucher im Weidenpescher Park mitriss.
Der englische Außenseiter Majuro (wurde am Ende Sechster) hatte für ein zügiges Tempo gesorgt, machte vorne gleich richtig Dampf. Als es in Richtung der Zielgeraden ging, hatte er aber Probleme mit der letzten ecke, was auch auf Kosten von Global Dream und Aviso ging.
Alles lag im Einlauf zunächst noch dicht zusammen, doch als das Ziel immer näher kam, sprach ganz innen an den Rails vieles für den Winterfavoriten Molly Max. Unter Filip Minarik sah er kurz wie der Sieger aus, zumal der noch ungeschlagene Schlenderhaner Aviso außen etwas isoliert war und trotz links geführter Peitsche seines Jockeys Terry Hellier nach außen wegbrach.
Molly Max vor Champerey, danach sah es rund 100 Meter vor dem Ziel aus, doch dann drehte der Tertullian-Sohn Aviso (44:10), der mittlerweile ganz außen an den Rails gelandet war, noch einmal richtig auf.
Auf der Linie konnte man mit dem bloßen Auge kaum erkennen, wer der Sieger war. Erst die Technik der Zielfotografie gab den Aufschluss und die sah eben Aviso mit einer Nase vorne, was den ersten Gruppesieg für Trainer Jens Hirschberger bedeutete, der natürlich überglücklich war.
‚Es läuft einfach sensationell. Als er wegbrach, dachte ich, es sei alles verloren, wir könnten maximal noch Zweiter werden. Aber wir können uns bei Terry (Hellier) bedanken, dass er noch gewonnen hat. Die Pause seit dem Frankreich-Start war natürlich sehr kurz, aber er hatte uns zuhause gezeigt, dass er starten kann. Wir bleiben mit ihm erst einmal auf 1600 Meter‘, so der Schlenderhan-Coach nach dem Rennen.
Molly Max, der an die Stätte seines größten Erfolges zurück gekehrt war, hatte schon wie der Sieger ausgesehen, war sicherlich ein etwas unglücklicher Zweiter. Champerrey war wie erwartet der stärkste englische Gast. Hinter ihm kam der 31:10-Favorit Davidoff auf den vierten Platz. Er war im Finish sicher nicht ganz glücklich, weswegen auch die Rennleitung überprüfte, doch wollte man das in seinem Lager nicht als Entschuldigung gelten lassen.
‚Ich konnte immer weiter reiten‘, erklärte Andrasch Starke, während Trainer Peter Schiergen anführte, dass eine etwas weitere Strecke für Davidoff wohl besser gewesen wäre, er aber auch nicht den Speed von Krefeld zeigte.
Smokejumper lief als Fünfter ein erstaunlich gutes Rennen, mischte immer mit, während Global Dream doch einen sehr aufwändigen Rennverlauf hatte und sicher unter Wert geschlagen war.
Filip Minarik und Andreas Boschert, die Jockeys von Molly Max, bzw. Global Dream, waren in Rennen vor dem Hauptereignis zu Fall gekommen, ließen ihre weiteren Engagements nach dem Mehl-Mülhens-Rennen aus.











