Wochenlang hatte Jiri Palik kein Rennen mehr gewinnen können, ehe diese Durststrecke am Samstag endlich vorbei war. Doch der ganz große Tag des gebürtigen Tschechen und von Trainer Andreas Löwe, der in dieser Saison ebenfalls kaum vom Glück verfolgt war, kam erst am Sonntag in Hannover.
Im wichtigsten Rennen der Neue Bult-Saison, dem Großen Preis der Mehl-Mülhens-Stiftung, einem mit 70.000 Euro dotierten Gruppe II-Rennen über 1600 Meter, landete Stall Philips Sehrezad (Foto) einen Triumph, den ihm und seiner Mannschaft wohl viele so richtig gönnten.
Denn mehrfach hatte der fünfjährige Titus Livius-Sohn, der zu seinen bislang verdienten 177.900 Euro nun 40.000 Euro einstrich, zwar Top-Formen gezeigt, aber immer wieder einen Bezwinger gefunden. So auch im Franz-Günther von Gaertner-Erinnerungsrennen in Hamburg, als Earl of Fire einen Tick stärker war.
Doch nun gab es ausreichend Gelegenheit zur Entschädigung, wobei auch der vierte Karrieretreffer von Sehrezad nichts für schwache Nerven war. Contat führte das Feld kurz nach dem Start an und brachte die Kandidaten in den Einlauf. Kite Hunter war dichtauf, doch noch zwingender wurde Abbashiva an der Außenseite.
Der Brümmerhofer schien kurz wie der Sieger zu gehen, denn seinem Antritt konnte zunächst keiner folgen. Auch nicht der auf 27:10 heruntergewettete Mehl-Mülhens-Sieger Frozen Power. Unter Buzzwords Derbysiegreiter Royston Ffrench gab sich die Godolphin-Hoffnung früh geschlagen und passierte nur als Drittletzter das Ziel.
Als viele schon an einen Sieg von Abbashiva glaubten, aber auch Alianthus stark dabei blieb, entfachte Sehrezad nach einem Super-Finish von Jiri Palik ganz weit außen doch noch die größten Reserven und kam noch knapp zum Zuge. Abbashiva unterlag in allen Ehren, auch Alianthus (Jens Hirschberger: ‚Er ist bombig gelaufen und hat die Hamburger Form korrigiert‘) zog sich glänzend aus der Affäre. Dichtauf endete Win for Sure, der aber nicht ganz durchdrang, während Le Big und Fremnius noch viel Boden gutmachten (Video ansehen).
‚Sehrezad hat wieder einen tollen Speed gezeigt‘, freute sich Siegcoach Andreas Löwe. Eduardo Pedroza meinte über Win for Sure: ‚Der Rennverlauf war an der Innenseite nicht optimal.‘ Und Royston French, der Jockey von Frozen Power, erklärte: ‚Das Pferd ist gut gereist, hat aber zum Schluss leider nicht angepackt.‘










