Wehmut kam am Sonntag mit Blick in Richtung Bremen auf. Die Galopprennbahn in der Bremer Vahr steht vor dem Aus. Und wenn es nicht zu einem zusätzlichen Renntag Mitte November kommt, dann ist es sehr wahrscheinlich die letzte Veranstaltung in der freien Hansestadt gewesen, denn an eine finanzielle Rettung glaubt kaum noch jemand.
150.000 Euro zur Pflege des Grüns fehlen den Veranstaltern, die Kassen sind leer und auch die Politik ist zu keinem Einlenken in der „Bremer-Rennbahn-Frage“ bereit. Und so muss man sich wohl mit dem Gedanken anfreunden, das Bremen als Veranstaltungsort für Galopprennen im kommenden Jahr aus dem Terminkalender verschwindet. Am Sonntag wurden in der Vahr aber erst noch einmal acht Prüfungen gestartet.
Eine interessante Angelegenheit stellte das dritte Rennen, die Herbst-Stutenmeile, dar. Hier setzte sich die von William Mongil trainierte dreijährige Ante Portas (24:10) unter Dennis Schiergen gegen Soleona (Pavel Vovcenko/Wladimir Panov) durch. Besonders erfolgreich agierte Trainerin Elfi Schnakenberg (Foto), die gleich drei Sieger stellte. Mit Reiter Raoul Johannes Dygas gewann ihr Biederich (112:10) das Halbblut-Rennen über 3500 Meter und Willis (26:10) einen Ausgleich IV über 1600 Meter. Den dritten Sieger, Semicolon (34:10), steuerte Cevin Chan in dem über 3400 Meter führenden Jagdrennen.
Zwei Siege gelangen auch Trainer Werner Haustein. Er siegte mit der 71:10-Chance Lisboeta (Tom Schurig) im Ausgleich IV über 1400 Meter und mit Carmelita Aesulap (38:10, Jan Palik) im Ausgleich IV über 2200 Meter. Das Handicap der mittleren Kategorie über 1400 Meter ging an das Quartier von Dominik Moser. Die von ihm trainierte Clarissa Directa (81:10) siegte und Pascal Jonathan Werning vor Noreia (Sabine Ute Eichler/Sabrina Wandt).
Der vorläufig letzte Sieger in der Bremer Vahr war der von Fabrico Borges trainiertte Energia Colonial (13:10, Rafael de Oliveira). Es gäbe wahrlich schönere Gründe in den Geschichtsbüchern zu erscheinen, aber noch ist auch in Bremen nicht aller Tage Abend und eventuell gelingt es den Verantwortlichen in der Hansestadt noch das Ruder herumzureißen. Eine Mitgliederversammlung Anfang November wird darüber sicherlich Aufschluss geben.












