Es ist Jahr für Jahr das gleiche Spiel: Das Buhlen um die Sponsoren, das Bemühen die Renntage über das Marketing kostendeckend zu veranstalten. 2006 erscheint dies landesweit im Galopprennsport ein besonders schwieriges Unterfangen zu sein, denn so mancher Sponsor, der eigentlich dem Sport mit den Vollblütern frönt, hat auf einmal eine von ihm finanziell geförderte Veranstaltung im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft auf dem Zettel.
„Da kann man auch eigentlich nicht Widersprechen, denn wenn sich die Chance ergibt, auf den WM-Zug aufzuspringen, dann packt man diese Chance doch am Schopfe. Auch wenn es dann auch vielleicht nur eine kleinere Bühne ist, auf der man mit seinem finanziellen Engagement präsent sein kann,“ meint Jan Schreurs, Vorsitzender des Krefelder Rennclub von 1997.
So ist dann genau der Renntag am 28. Mai, also wenige Tag bevor der Anstoß der Fußball-Weltmeisterschaft erfolgt, der den Krefeldern im Jahresprogramm noch ein klein wenig zu schaffen macht.
„Man merkt, dass die Sponsoren auf die Fußball-WM reagieren und das Sportereignis des Jahres auf ihrem Zettel haben“, erklärt der Chef im Stadtwald, der allerdings unverändert zuversichtlich ist, auch diesen Renntag unter Dach und Fach zu bringen. „Ich bin aber ziemlich überzeugt, dass wir bis zum Startschuss in die neue Saison Klarheit haben.‘
Neun Veranstaltungen sind auch für 2006 geplant, mit dem „Schwanenmarkt-Renntag“ am 25. März fällt der Startschuss in die die neue Saison. Der Höhepunkt des Jahres liegt in der Metropole des Niederrheins traditionell früh im Jahr, wenn im großen Preis der Krefelder Wirtschaft –Dr.Busch-Memorial die potenziellen Derby-Anwärter ihren Erstauftritt unter Seide haben.
Bis dahin werden auch die Bagger und Bauarbeiter, die im Moment auf der Stadtwald-Anlage noch aktiv sind, abgerückt sein. Jan Schreurs: „Bis zum Saisonauftakt am 25. März sind die Baumaßnahmen im Tribünenaufgang abgeschlossen. Die Terrassensanierung auf der Empore oberhalb des Absattelringes werden wir in einem zweiten Bauabschnitt – falls die Zeit bis zum 25. März nicht reichen sollte – in den Schulferien fortsetzen.“
Dank der Ausschüttung aus dem „Spiel-77-Topf“ ist es auch dem Rennclub in Krefeld möglich, notwendige Baumaßnahmen realisieren zu können. Die Arbeiten im Stehbereich und an den Aufgängen zur Haupttribüne waren auch dringend erforderlich. Wasser war in den letzten Jahren in den unteren Räumen, wo sich unter anderem auch Besuchertoiletten sowie die Umkleidekabinen für die Jockeys befinden, durchgesickert.
„Es sah teilweise aus wie in einer Tropfsteinhöhle. Der Boden musste teils ganz aufgerissen werden, es wurden zudem Drainagen verlegt. Für einen Zeitraum von zwei Jahren gab es rund 200.000 Euro aus diesem Topf, wir haben 2005 mit den ersten Arbeiten begonnen. Das Geld ist allerdings absolut zweckgebunden und dient ausschließlich der Verbesserung und Verschönerung der Anlage. Es ist nicht möglich, mit einem Teil dieses Geldes irgendwelche Veranstaltungen finanziell abzudecken“, unterstreicht der 54-jährige Inhaber einer Krefelder Steuerkanzlei noch einmal deutlich.
Der Große-Stutenpreis ist im Sommer wieder das Highlight. „Die Fußball-WM gehört dann zu den Akten, längst dürfte sich, was den Sport angeht, im Lande wieder alles normalisiert haben“, so Jan Schreurs, den es besonders erfreut hat, dass die Firma Henkel aus Düsseldorf auch in diesem Jahr das „Henkel-Schimmel-Derby“ veranstaltet.
„Das Unternehmen engagiert sich in der Landeshauptstadt durch die Übernahme des Preises der Diana in diesem Jahr noch stärker. Umso mehr freuen wir uns, dass sie an diesem wirklich tollen Event zu Saisonausklang am 30. September festhalten.“
Auf ein Novum möchte Jan Schreurs noch hinweisen: „Wir führen in dieser Saison erstmals das Twen-Ticket ein. Personen bis zum Alter von 28 Jahren haben die Möglichkeit, für einen Jahresbeitrag von 98 Euro Mitglied im Krefelder Rennclub zu werden. Dieses Ticket beinhaltet viele interessante Details und jede Menge Vergütungen.“
Was die Trainingsanlage angeht, so waren Gerüchte aufgetreten, dass sich ein oder gar zwei Galopptrainer für Boxen im Stadtwald beworben hätten. Der Vorsitzende: „Das ist uns auch bekannt. Aber ich weise darauf hin, dass wir nur Betreiber der Rennveranstaltungen sind. Die Verantwortung der Trainingsanlage liegt ganz in den Händen der Stadt Krefeld. Da werden diesbezüglich die Entscheidungen getroffen. Ganz offensichtlich ist es, zumindest noch nicht, zu einer Realisierung gekommen. Sonst hätten wir davon erfahren.“











