Zum dritten und letzten Mal sitzen die Turffreunde in diesen Tagen auf gepackten Koffern, bereiten nun ihre Reise nach Baden-Baden vor. Beim gottlob nun doch stattfindenden Sales & Racing-Festival, das sich in den wenigen Jahren seines Bestehens als voller Erfolg erwiesen hat, will jeder dabei sein, der etwas auf sich hält im deutschen Galopprennsport. Die Mischung stimmt eben beim letzten großen Highlight des Rennjahres. Am Donnerstag startet die BBAG-Herbstauktion.
Von Freitag bis Sonntag offeriert der Internationale Club ein zwar nicht so umfangreiches, aber dafür besonders qualitätvolles Programm an Prüfungen. Und aufgrund der riesigen Resonanz auf die Versteigerung wird erstmals auch an zwei Abenden nach den Rennen (Freitag und Samstag) noch auktioniert. Rund 500 Pferde gehen in den Ring – ein Rekord für dieses Land.
Enorm war auch der Run auf die beiden tragenden Ereignisse am Eröffnungstag auf dem grünen Rasen, wenn der Freitag mit vollen Akkorden startet. Sowohl im Badener Sprint-Cup, als auch im Ferdinand Leisten-Memorial (BBAG Auktionsrennen Iffezheim) platzen die Felder aus allen Nähten. Im mit 60.000 Euro ausgestatteten Gruppe III-Rennen über 1400 Meter rückt ein großartiges Feld von 13 Kandidaten in die Boxen ein.
Sogar ein Trainer-Fuchs wie Jean-Claude Rouget aus Frankreich schickt zum ersten Mal ein Pferd nach Deutschland. Offenbar hat ihm die Atmosphäre in Iffezheim bei einem Auktionsbesuch so gut gefallen, dass er nun wiederkommen wird.
Rouget gilt längst als der absolute „König der Provinzbahnen“, auch wenn man dem Können des Franzosen damit nur bedingt gerecht wird. Denn auch auf den Premium-Bahnen räumt er groß ab. Stets ist er der Mann mit den meisten Siegen im Nachbarland. 2006 gelangen ihm bisher bei 596 Starts 174 Erfolge und 294 Platzierungen. Mehr als 3,5 Millionen Euro verdienten seine Schützlinge.
An der Oos bietet Rouget nun den dreijährigen Hengst Garnica auf. Sogar Stalljockey Ioritz Mendizabal kommt, der in Deutschland schon in den Sattel stieg (2005 belegte er mit Imola einen zweiten Rang im pferdewetten.de – Bavarian Classic hinter Arcadio). Garnicas Referenzen sind beachtlich, gewann er doch gerade ein 1100-Meter-Rennen in Deauville und war zweimal Fünfter auf Gruppe I-Ebene (u.a. in der klassischen „Poule“).
Ebenfalls in Frankreich vorbereitet wird Mercury Chief, doch geht der Hengst für den Deutschen Rupert Plersch an den Start. Der Unternehmer, an mehreren großen Syndikaten beteiligt und im Winter meist mit mehreren Pferden in Dubai aktiv, weilt am Wochenende auch persönlich in Baden-Baden, verfolgt selbst die Starts seiner Pferde.
Nachdem die Stute Heat of The Night noch am Dienstagmorgen gestrichen wurde, ist England ausschließlich durch Jonathan Akehursts Prince Of Thebes vertreten. Paul Nelson Doe reitet den fünfjährigen Wallach, der sich fast ausschließlich in großen Handicaps betätigte.
Aber die heimische Garde wird den Gästen das Feld bestimmt nicht kampflos überlassen. Man denke nur an Donatello (Johan Victoire), der gerade auf weichem Boden und zu dieser Jahreszeit stets bestens in Gang ist. Vor einem Jahr gewann er hier das Listenrennen über 1000 Meter. Die nun geforderte Strecke könnte noch besser sein.
Vorjahressieger Soave (Adrie de Vries) landete im wichtigsten Fliegerrennen des Jahres als Favorit nicht weit hinter ihm, aber auch der Lokalmatador Arc de Triomphe (Franck Foresi), die äußerst zuverlässigen Shinko´s Best (Marc Timpelan), Polish Magic (Eduardo Pedroza) und Magic Dancer (Andreas Boschert), der speedstarke Diable (Terry Hellier), der Scherping-Sieger Raptor (Andrasch Starke), der häufig in Frankreich erprobte Swing The Ring und die bei zwei Starts auf dieser Bahn noch ungeschlagene Deauville (Viktor Schulepov) sind in einem Super-Feld zu beachten.












