‚Das ist mein neuer Freund. Trainer, jetzt geht´s in die Goldene Peitsche‘, wurde Jockey Andreas Helfenbein fast schon euphorisch. Doch nach der Lotto-Trophy, dem mit 75.000 Euro dotierten Sprint-Highlight am Samstag der BMW Derby-Woche in Hamburg, war jegliche Freude voll berechtigt.
Denn mit Electric Beat (Foto), der als erster Dreijähriger seit Areion 1998 dieses Gruppe III-Rennen über 1200 Meter gewann, ist ein neuer Sprint-Star geboren.
Der 35:10-Mitfavorit zeigte einen Speed, den man schon lange nicht mehr in einer derartigen Prüfung gesehen hat. Dabei war er nach dem Start auf dem allerletzten Platz auszumachen. ‚Das haben wir bewusst so gemacht, wir wollten auf keinen Fall innen gehen. Deshalb hat ihn Andreas Helfenbein am Anfang etwas zurückgenommen‘, erläuterte Trainer Andreas Löwe.
Und vorne legte Matrix los wie die Feuerwehr vor Omasheriff sowie Lucky Strike, der als 20:10-Favorit unterwegs war und die Triplette in dieser Prüfung versuchte. Bis weit in den Einlauf hielt Matrix stand, während Luky Strike sich die Zähne an ihm ausbiss. Keinerlei Dash steckte hinter den Aktionen des von Adrie de Vries geritteten Sprint-Stars, dessen beste Tage nun möglicherweise vorbei sind.
In der Distanz tauchte außen plötzlich Electric Beat auf. Der Shinko Forest-Sohn, der zuvor ein Listenrennen in Hannover gewonnen hatte, zog in den Farben des Rennstalles Directa, der den Hengst für gerade einmal 22.000 Euro bei der letztjährigen BBAG-Breeze up-Auktion in Baden-Baden gekauft hatte, unwiderstehlich an, flog an allen vorbei mit einem Turbo, der veblüffend war. Was für eine Demonstration!
‚Man weiß noch gar nicht, was er kann‘, meinte Andreas Löwe. ‚Jetzt gehen wir in die Goldene Peitsche in Iffezheim.‘
Matrix (Johan Victoire) verkaufte sich von der Spitze aus glänzend. ‚Ich bin sehr zufrieden, er hat alles richtig gemacht‘, freute sich Trainer Werner Baltromei.
Dagegen herrschte im Lager von Lucky Strike, der beinahe noch von Diable von Rang drei verdrängt worden wäre, Katzenjammer: ‚Wir hatten schon deutlich mehr erwartet, sind enttäuscht‘, kommentierte Andreas Trybuhl, dessen zweiter Kandidat Soave zwar am Vormittag wegen des Bodens die Heimreise angetreten hatte, aber erst am Nachmittag beim Renn Club abgemeldet worden war.
Bei einigen Buchmachern war er da schon längst als Nichtstarter deklariert bzw. der Kurs hochgeschrieben worden. Trainer Andreas Trybuhl wurde mit einer Geldstrafe von 750 Euro wegen nicht rechtzeitiger Abmeldung belegt.
Bei der Siegerehrung herrschte natürlich beste Stimmung im Team von Electric Beat. Besitzer Hans-Jürgen Buldt sang die Nationalhymne voller Inbrunst mit. Das war mindestens so gut wie bei unseren WM-Kickern!











