DVR-Jahrespresse-Konferenz: ‚TV-Pr?senz unabdingbar‘

Sogar das Fernsehen war dabei. Wenn auch nur im „Buchmacher-TV“. Das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen hatte nach jahrelanger Abstinenz zu einer Pressekonferenz geladen. Zahlreiche Journalisten waren präsent, als der alte und neue Präsident des Dachverbandes, Albrecht Woeste (Foto), die Konferenz eröffnete.

Natürlich hob Albrecht Woeste die großartige Entwicklung von Baden Racing hervor und bremste sich dann auch schnell in seiner eigenen Euphorie: „In Iffezheim wurden durch Baden Racing die Trümmer wieder aufgebaut, aber Baden-Baden allein kann den deutschen Rennsport nicht retten.

Mit professionellen und schlankeren Strukturen soll der deutsche Galoppsport neuen Schwung bekommen. Ziel all unserer Aktivitäten ist es, Pferderennen für Zuschauer, Wetter, Sponsoren und Besitzer attraktiver zu machen“, so Albrecht Woeste.

Die neue Konstellation des Präsidiums mit lediglich fünf Personen ist ein erstes Detail dieses Auftrages. Neben dem Vorsitzenden Albrecht Woeste gehören die zwei stellvertretenden Vorsitzenden Manfred Ostermann und Jan Vogel, sowie Denis Hartenstein und ein noch zu bestimmendes Mitglied dem Präsidium an.

Andreas Tiedtke, der seit Dezember als neuer geschäftsführender Vorstand im DVR tätig ist: ‚Ich bin angetreten, um die Rennveranstaltungen kostengünstiger zu machen und die Qualität zu verbessern. Dazu gehört natürlich das Fernsehen, auch die Produktentwicklung einer Großwette läuft.“

Mit der Dachmarke German Racing will Andreas Tiedtke neue Vermarktungswege für den Rennsport schaffen .„Mit Galopprennen erreichen Sie in Deutschland eine Million Zuschauer an 40 Orten an 200 Tagen im Jahr“, so der Geschäftsführer, der anfügt: „Hier muss es möglich sein, Sponsoren zu gewinnen, die nicht nur für einen Renntag im Speziellen auftreten, sondern den Rennsportmarkt als Ganzes sehen und als Werbepartner in unserem Markt und mit unserem Produkt Rennsport auftreten könnten.“

Im Wettbereich wird am 6. Februar 2011 in Krefeld ein zweiter XXL-Wettshop nach Köln eröffnet, dessen Erträge komplett dem Rennsport zufließen. Darüber hinaus ist ein dritter Shop in Düsseldorf noch in diesem Jahr geplant. German Racing ist seit 2010 mit 40 Prozent an RaceBets.com, dem größten Wettanbieter in Deutschland im Internet, beteiligt.

„Wenn man den Ausfall des Frühjahrs-Meetings 2010 berücksichtigt, dann sind die Umsatzzahlen gegenüber dem Vorjahr einigermaßen konstant“, so Andreas Tiedtke. 2010 wurden in Deutschland 31,7 Millionen Euro umgesetzt. Es wurden 12,6 Millionen Euro an Rennpreisen plus rund drei Millionen Euro Prämien ausgeschüttet. In Deutschland trainierte Rennpferde verdienten rund 5,8 Millionen Euro im Ausland. Andreas Tiedtke „Damit bestätigt sich wieder die Qualität der deutschen Zucht.“

Erfreulich stabil geblieben ist auch die Zahl der in Training befindlichen Pferde, 3082 waren es 2010, im Vergleich 3035 im Jahre 2009. Die Zahl der Mutterstuten und Fohlen fiel auf 1035, im Vergleich zum Beispiel zum Millenniumsjahr waren es noch 2405 gewesen.

Zum Thema „Glücksspielstaatsvertrag“:Im November kippte die EU in Brüssel das Dagewesene und bot zwei Varianten an. Entweder alles monopolisieren oder alles freigeben. Sollte am 1. Januar 2012 nichts passiert sein, werde der alte Staatsvertrag automatisch erlöschen. So die Botschaft aus Brüssel.

Albert Woeste: „Es hat natürlich zahlreiche Gespräche auf allen Ebenen gegeben. Zurzeit ist noch alles möglich. Die Länder diskutieren aktuell sogar drei Möglichkeiten, die sie den Herren in Brüssel möglicherweise anbieten werden. 1, Monopol, 2. Liberalisierung und 3. Lotto als Monopol, der Rest als Liberalisierung.

Am Freitag geht die Reise von Albrecht Woeste nach Magdeburg, wo es eine weitere Sitzung zu diesem Thema geben wird. „Im März müssen die Länder sich schon allein aus zeitlichen Gründen geeinigt haben und ihren Vorschlag in Brüssel einreichen. Sollte der EU-Gerichtshof dann grünes Licht geben, müsste das Gesetz in Deutschland noch durch alle Parlamente der Länder verabschiedet werden. Bis Ende 2011 muss alles unter Dach und Fach sein. Ich bin aber guten Mutes, dass wir für den deutschen Rennsport die richtige Lösung finden werden.“

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