Nachdem es zu Wochenbeginn recht dürftig aussah, was die Starterzahl für den Frühjahrs-Preis des Bankhauses Metzler – Stadtrat Albert von Metzler-Rennen (2000 m) aussah, so sind es bei der Starterangabe dann doch noch sieben Pferde geworden, die am Sonntag für die Derby-Vorprüfung auf Gruppe III-Ebene in die Startmaschine einrücken.
Und dennoch ist es in dem 55.000er eher die Klasse, als die Masse, die dem Rennen, in dem man vor zwölf Monaten mit Earl of Tinsdal und Saltas den späteren Zweiten, bzw. Dritten aus dem Deutschen Derby sah, die Würze gibt. Denn mit dem von Andreas Wöhler trainierten Monsun-Sohn Novellist und dem Shamardal-Hengst All Shamar aus dem Weidenpescher Quartier von Waldemar Hickst treffen zwei ungeschlagene Pferde aufeinander, die bei ihren jeweils zwei Starts mächtig Eindruck machten.
Novellist (Foto), dessen Trainer in der vergangenen Woche in Hannover mit Black Power bereits einen imponierenden Sieger in einer Derby-Vorprüfung stellte, siegte bei seinem Debüt im vergangenen August mit acht Längen. Und trotz einer Pause von acht Monaten war er auch bei seinem Saisondebüt in Hoppegarten gleich wieder überlegen, als er den sicher nicht schlechten Collodi mit fünf Längen Vorsprung auf Distanz hielt.
Das war eine Top-Form und auch wenn der Berglar-Hengst erstmals auf Gruppe-Parkett könnte er gleich in der Favoritenrolle stehen. Diese könnte ihm allenfalls noch der erwähnte All Shamar streitig machen. Nach seinem siegreichen Debüt Mitte September in München ahnte, außer seiner engeren Umgebung, noch niemand, wie talentiert der Dunkelbraune ist, doch das sah Ende November nach dem Sieg des Hengstes in einer Listenprüfung in Saint-Cloud schon ganz anders aus. Leicht, mit eineinhalb Länge Vorsprung siegte der im Besitz des Stalles Pregel stehende Hengst.
Vor wenigen Tagen wurde seine Form noch aufgewertet, als die damals Viertplatzierte Stute Electrelane Dritte in den Ex-Fred Darling Stakes (Gr.III) in Newbury als Dritte über die Linie kam. In Saint-Cloud ging es auf schwerer Bahn über die Meile, diesmal sind 400 Meter mehr zu absolvieren. „2000 Meter sind seine perfekte Distanz“, sagte sein Betreuer anlässlich der Stallparade über All Shamar. Und deshalb hat man auch das französische Derby (wird über 2100 Meter gelaufen) im Visier, und nicht das Deutsche, in dem die Distanz vielleicht etwas weit sein könnte.
Zwei ungeschlagene Pferde mit unterschiedlichem Profil, die am Sonntag in der Mainmetropole in der Favoritenrolle stehen. Doch aus dem vermeintlichen Duell könnte schnell ein Drei- eventuell sogar Vierkampf werden, denn Werner Heinz‘ Mano Diao, für den mit The Dude sogar noch ein Führpferd ins Rennen genannt wurde, und auch der Stall Salzburg-Neuzugang Pakal (er gehörte zuvor Werner Heinz) sind Pferde, die durchaus ein Wörtchen bei der Entscheidung mitreden können.
Mano Diao, dem bereits vor seinem Debüt ein guter Ruf vorauseilte, hat sich in der Bankenmetropole bereits vorgestellt und auf identischer Distanz bereits gewonnen. Für Pakal, den man bei seinem Saisondebüt im Dr. Busch-Memorial ein wenig mehr zugetraut hatte, ist die Zwei-Kilometer-Distanz dagegen Neuland. Den Krefelder Start könnte der Lord of England-Sohn, der im Vorjahr sogar auf Gruppe I-Parkett in Frankreich platziert war, nach Aussage seines Trainers noch benötigt.
Und die Pferde aus dem Riemer Quartier scheinen nun auch besser in Schwung zu kommen, sodass ein vorderer Platz des Hengstes keine Überraschung wäre. Dagegen sieht es für den noch sieglosen Ammerländer Baltic Rock und auch für die nachgenannte Karlshoferin Chattleya schwer aus. Die Stute hat zwar bereits dreimal gewinnen können und siegte in Nancy mit 15 Längen Vorsprung, doch auf so starke Konkurrenz ist die Desert King-Tochter noch nie gestoßen.











