In diesem Monat steckt der deutsche Galopprennsport in einem echten Dilemma. Auf der einen Seite wäre es wirtschaftlicher Selbstmord, würde man in der Vorweihnachtszeit einen Samstagsrenntag mit sieben, acht oder neun Rennen durchführen. Bedingt allein durch die Grundkosten wäre so etwas normalerweise kaum durchführbar.
Andererseits ist das Interesse der Ställe, gerade auf unterer Ebene, in diesen Tagen gewaltig. Auch den Besitzern, Trainern und Jockeys will man gerecht werden, denn die Zahl der Pferde und der Aktiven ist ohnehin seit Jahren im Abwärtstrend begriffen. Ohne ein entsprechendes Angebot wird kein Eigner mehr bereit sein, sich ein Rennpferd zu halten.
Deshalb sind die Verantwortlichen im Moment dazu übergegangen, die Sonntage mit einem Zwölf-Rennen-Programm zu belegen, was zumindest die Aufmerksamkeit der Wetter und der Besucher schon sehr strapaziert. Vor einer Woche wurde das besonders deutlich, als man sich im ersten Rennen eine erhebliche Verspätung einhandelte, die natürlich nicht mehr aufzuholen war.
Die im Zeitplan vorgesehenen 25-Minuten-Abstände mögen im Trabrennsport machbar sein, bei den Galoppern ist es für alle Beteiligten schon ein ziemlicher Angang. Eine Reflexion aller Beteiligten auf ein gerade über die Bühne gegangenes Rennen ist kaum mehr möglich.
So wäre an diesem Sonntag in Dortmund problemlos ein 14, 15-Rennen-Programm möglich gewesen. Was natürlich nicht zu realisieren ist, doch sind auch zwölf Rennen strapaziös genug. Auswahl gibt es bei dieser Konstellation genug, denn das Gros der Rennen sind kopfstark besetzte Handicaps.
Natürlich gibt es auch das „Rennen des Tages“ mit einer garantierten Ausschüttung von 10 000 Euro in der Viererwette, der Grundeinsatz beträgt 50 Cent, Bei den bisherigen zwei Austragungen dieses Rennens gab es jeweils Favoritensiege, doch sieht es diesmal doch weitaus kniffliger aus.












