Dortmund-Sonntag: Galopper ehren ‚Deutsche Meister‘

Galopprennen sind in erster Linie Leistungsprüfungen für Pferde, verbunden mit Wetten auf deren Reihenfolge im Ziel. Versuche einer allgemein-gültigen Aussage, wie groß der genaue prozentuale Erfolgsanteil von Pferd, Reiter und Trainer ist, sind zum Scheitern verurteilt.

Denn bei jedem Pferd und in jedem Rennen ist es anders. Daß aber der Reiter mit der größten Siegezahl am Jahresende der beste ist und den Teitel „Champion“ verdient, dafür spricht eine ganze Menge, und zwar in allen Sparten: bei den Profis, den Amateuren, den Herren, den Damen, den Spezialisten für Flachrennen oder über Hindernisse.

Traditionell findet eine unmittelbare Ehrung der erfolgreichsten Aktiven des Galopprennsports am letzten Renntag einer jeden Saison statt. Abweichend von langer Tradition ist das diesmal am Sonntag (28. Dezember) in Dortmund-Wambel.

Fast alle der insgesamt 12 Titelträger der einzelnen Sparten sind vor Ort und erhalten eine Trophäe des Verbandes sowie Blumen und Champagner vom Dortmunder Rennverein. Bei den Jockeys hat den Titel erneut der panamesische Selfmademan Eduardo Pedroza erworben, einer der Sympathieträger der Branche.

Bemerkenswert das Doppelchampionat der Trainer in Flach- und in Hindernisrennen für Christian Frhr. von der Recke aus Weilerswist bei Köln. Für ganz neue Namen bei den Championaten der Rennstallbesitzer und der Züchter sorgte ein Pferd: Kamsin (Foto).

Der Seriensieger verhalf sowohl seinem Züchter Gestüt Karlshof zum dritten Titel – nach 2000 und 20002 – als auch seinem Besitzer, den Hamburger Stall Blankenese. Das ist eine Besitzergemeinschaft rund um den langjährigen Turffunktionär Franz-Günther von Gaertner, einen der ganz Großen der Galoppszene, der dieses Championat leider nicht mehr erleben kann, denn er verstarb am 15. November.

Eingebettet ist die Ehrung in ein Programm von neun abwechslungsreichen Rennen, zu denen sogar ein respektabel besetztes Zweijährigenrennen gehört.

Höhepunkt ist ein Ausgleich II, in diesem 1950 Meter-Rennen der zweithöchsten Handicapklasse ist der auf Sand noch ungeschlagene neue Superstar der Szene, Running Ernie, heißer Favorit. Der mit Spannung erwartete Vierjährige wird von dem formstarken Dänen Lennart Hammer-Hansen gesteuert und hat es in erster Linie mit dem Deauville-Sieger Flying Sensation aus dem Championstall vpn der Recke sowie der dreijährigen Sandbahnentdeckung Feather Cloud zu tun.

In einem 1800 Meter-Rennen um ganze 3.400 Euro startet ein mehrfacher Sieger auf Gruppenebene: Mharadono. Der Fünfjährige aus Leipzig hat seine Glanzleistungen allerdings auf der Grasbahn gezeigt. Auf Sand war erst einmal, ohne Erfolg, unterwegs. Doch dabei dürfte es nicht bleiben. Sein Auftritt hat zweifellos etwas ganz Besonderes und gehört zu einer ganzen Palette von Attraktionen dieses letzten Galopprenntages der Saison 2008.

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