Fassungslos war das Team um Gestüt Ittlingens Donaldson vor einigen Wochen. Fassungslos, da der Lando-Sohn, der schon als Dreijähriger hoch im Kurs gestanden hatte, einen Sieg in einem Altersgewichtsrennen verlor. Der Grund: Ein positiver Dopingbefund. Doch das Vertrauen in die Qualitäten des bislang wahrlich nicht vom Glück Verfolgten war unerschütterlich.
Denn obwohl Donaldson bislang gerade einmal 8500 Euro auf sein Gewinn-Konto gebracht hatte, sattelte Trainer Peter Rau den vierjährigen Hengst am Sonntag im Deutschlandpreis der Freunde und Förderer des Düsseldorfer Reiter- und Rennvereins.
Doch in diesem mit 155.000 Euro dotierten Gruppe I-Rennen über 2400 Meter, das diesmal deutlich früher als sonst über die Bühne ging, hatte kaum jemand Donaldson auf der Rechnung. 104:10 stand er am Totalisator. Man konzentrierte sich doch ausschließlich auf ein Duell zwischen dem Schlenderhaner Salutino (19:10-Favorit, Andreas Suborics) und der Derby-Hoffnung Schiaparelli (Filip Minarik).
Doch Torsten Mundry und Donaldson durchkreuzten die Pläne der Favoriten völlig. Denn Start-Ziel regulierte dieses Team an der Spitze die Fahrt, konnte sich das Tempo nach Belieben einteilen. Als erster biss sich der bald von zweiter Position aus angreifende Fabre-Hengst Salutino an ihm die Zähne aus. Dann fand Schiaparellis Reiter innen von dritter Stelle erst keine Lücke.
Äußerst eng wurde es für den Samum-Bruder, der zwischen Donaldson und Salutino kaum Platz fand, zwar noch sehr gut auf Touren kam, doch gegen Donaldson gab es kein Ankommen mehr.
Prächtig schlug sich der Dreijährige in jedem Falle, während Salutino zum Schluss doch ein wenig abbaute und etwas unter seinen Top-Formen aus Frankreich blieb.
El Tango hielt Rang vier, während Simonas beim Saisondebut noch keinen Eindruck machen konnte und wie Bailamos und All Spirit keine Rolle spielte.
‚Wir hatten für Donaldson die Außenbox beantragt, damit er gleich vorne gehen konnte. Es war alles wunderbar, das Pferd hat immer wieder angezogen‘, berichtete Trainer Peter Rau.
Auch im Lager von Schiaparelli war man zufrieden: ‚Er hing noch etwas zur Seite, braucht noch weitere Routine, jetzt gehen wir direkt ins Derby‘, meinte Peter Schiergen.
Etwas ernüchtert wirkte man im Lager von Salutino, wollte die Niederlage erst noch in Ruhe analysieren. Er folgte als Dritter eine dreiviertel Länge sowie eindreiviertel Längen hinter dem Überraschungssieger Donaldson.
Das Zweijährigen-Rennen wurde eine klare Beute der von Ertürk Kurdu vorbereiteten Lokalmatadorin Sasphee (Andreas Suborics), die Lomitas-Lady blieb gegen Who´re you und Trekulap früh ungefährdet.
Bei schwüler Witterung holte sich Kurdu mit Annatira (Torsten Mundry) auch das Stutenrennen (12.000 Euro), während im Ausgleich II der auf 16:10 heruntergewettete Austriaco ganz zuletzt noch von Bebe Vettori (Filip Minarik) abgefangen wurde.
Gegen die Fußball-Weltmeisterschaft kommen die Turf-Veranstalter zur Zeit kaum an. In Düsseldorf flossen rund 282.000 Euro durch die Kassen.
In der Hasslocher Meile, einem Ausgleich II auf der Südwest-Bahn, landete Mario Hofer mit dem Galopp Club Pferd Mr Muradian unter Tochter Steffi vor Apollo Star einen bemerkenswerten Erfolg.











