Vier Starts – zwei Siege, zwei Ehrenplätze, das war die diesjährige Bilanz von Owentuo vor seinem Auftritt im Lübzer Pils Ostsee-Preis am Samstag, dem bedeutendsten Rennen des Meetings in Bad Doberan. Doch ein dickes Fragezeichen stand hinter der Eignung des von Stefan Wegner (Foto) trainierten vierjährigen Areion-Sohnes für die Distanz von 1750 Metern.
Bislang war die Meile das Maximum für ihn gewesen, die Erfolge kamen auf deutlich kürzeren Wegen zustande. Mit 82:10 stand Owentuo denn auch relativ hoch in diesem mit 17.500 Euro ausgestatteten Ausgleich I, vor dem es leider heftig zu regnen begann.
Doch Owentuo machte unter Andreas Helfenbein Mitte der Geraden kurzen Prozess. Den Ende Gegenüber in Front gezogenen Favoriten Turfshuffle bekam er bald in den Griff, weitere Gefahr drohte nicht mehr. Damit landete Stefan Wegner nur kurz nach dem Sieg im Dresdener Auktionsrennen mit Super Eagle einen weiteren wichtigen Treffer.
Hinter Turfshuffle, der einen Sieg wahrlich einmal wieder verdient hätte, schob sich Manda Honor noch auf den dritten Platz vor. ‚Wir haben das Pferd kontinuierlich aufgebaut, es freut mich, dass heute alles zusammengepasst hat‘, signalisierte Owentuos Trainer Stefan Wegner.
‚Das war ein Aufgalopp für Baden-Baden, wir sind zufrieden‘, war Trainer Andreas Wöhler am Samstagnachmittag hochzufrieden. Sein für Gary Tanaka trainierter Globetrotter Simonas hatte in Bad Doberan im Altersgewichtsrennen nicht nur unter Eduardo Pedroza sein Saisondebut erfolgreich gestaltet, sondern auch die Gewinnsummen-Grenze von 600.000 Euro überboten.
Früh im Einlauf attackierte der 16:10-Favorit, doch deutlich absetzen konnte er sich nicht. Nissan verteidigte sich von der Spitze aus bestens, während Expensive Dream, der als großer Gegenspieler von Simonas angesehen worden war, sich in dem taktisch gelaufenen Rennen nicht leicht tat und Dritter vor Lamantan wurde.
Interessant: Mit über 20.000 Euro war der Umsatz in diesem Vier-Pferde-Rennen sehr ordentlich, was sicherlich an dem 2000 Euro-Siegjackpot lag, womit 11.000 Euro in die Siegwette gespült wurden.
Bislang hatten die Youngsters des angehenden Champions Christian von der Recke in dieser Saison noch nicht besonders viel geboten, und er war in Bad Doberan in diesem Jahr noch sieglos. Das änderte sich schlagartig, als der King´s Best-Sohn King´s Wish (54:10, Andreas Helfenbein) die renommierte Fährhofer Goldene Peitsche von Bad Doberan sehr sicher an sich brachte.
Der Hengst machte sich noch locker frei von der speedstarken Bella Amica sowie der gut endenden Gorgeous Dragon, während die 20:10-Favoritin Rose of Tertullian (wurde Letzte) vorne bald nachließ.
Auch bei den Dreijährigen musste Andreas Suborics mit der 12:10-Chance By Lisken früh passen, die als Dritte deutlich hinter Uwe Stecks My Day (Jozef Bojko) und La Sauvage endete.
Ungeheuer spannend verlief die ‚Wettchance des Tages‘, man konnte das komplette Vorderfeld mit einem Handtuch zudecken, derart eng ging es zu. Das Leichtgewicht Dancera aus dem Gestüt Erlenhof hatte aus dem Vordertreffen große Reserven, um für den zweiten Recke-Triumph, den 95. Jahressieg des Trainers zu sorgen und beim fünften Start ihren zweiten Treffer zu schaffen.
Die Bahnspezialistin Alte Diva rauschte auf den Ehrenplatz, dahinter lieferten sich vier Kandidatinnen ein Foto-Finish um Rang drei, den schließlich Flying Heart vor Nordic Waltz belegte. Der Richterspruch sagt über die Dramatik alles: Kampf kurzer Kopf – 1- kurzer Kopf – kurzer Kopf – Hals – eine halbe Länge. Die Viererwette brachte 17.537:10 Euro.
Selten ist der Frankfurter Coach Heinz Hesse auf der Ostsee-Rennbahn zu Gast. Nun hatte er den vierjährigen Hengst Florado in den Ausgleich II geschickt, der unter Eduardo Pedroza auf den allerletzten Drücker als 39:10-Favorit noch Ancient War sowie De Boxter zu fassen bekam.












