Direktorium: Die Umstrukturierung schreitet weiter voran

Bei der Mitgliederversammlung des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen (DVR) am Dienstag in Köln-Weidenpesch legte der Vorstand einen aktuellen Bericht über die Umsetzung der ein Jahr zuvor von der Mitgliederversammlung einstimmig beschlossenen strategisch-organisatorischen Umstrukturierung des Galoppsports vor.

Als erfreulich wurde dabei insbesondere die Entwicklung bezüglich des aufzubringenden Investitionskapitals hervorgehoben. Es gibt mehrere ausreichend finanzstarke Investoren, die konkret interessiert sind, sich namhaft an der Kapitalgesellschaft zu beteiligen, die künftig die zentrale Rolle im operativen Bereich spielen wird. Bekanntlich ist es beabsichtigt, 49 Prozent des Stammkapitals an externe Investoren abzugeben.

Die Verhandlungen mit den Interessenten wurden in dem Bericht des Vorstandes als sehr weitgehend und erfolgversprechend bezeichnet. Beabsichtigt sei, nach Abschluß aller Vorklärungen Anfang 2008 eine Entscheidung zwischen den Investoren zu treffen.

Die Verwertungsrechte liegen nun bei der 100prozentigen DVR-Tochter „DVR Wirtschaftsdienste und Beteilungen“. Ihre Verwertung erfolgt innerhalb einer GmbH & Co. KG. Die hierzu erforderliche GmbH wurde, wie vorgesehen, Anfang Dezember gegründet.

Der Einfluß der neuen Struktur ist in einem ersten Schritt bereits bei der Verteilung der Veranstaltungstermine 2008 spürbar und wird sich in folgenden Jahren weiter verstärken. Bereits kurzfristig von Bedeutung ist, daß die Winterrenntage ab dem 6. Januar 2008 von den DVR-Wirtschaftsdiensten (somit nicht mehr von der BGG) als Partner der Besitzervereinigung hälftig abgesichert werden.

Die zweite Phase der Umsetzung des Strukturkonzepts folgt in der „grünen Saison“, wenn zunächst die Zusammenarbeit mit den Rennvereinen Düsseldorf und Krefeld auf der Basis eines „Miet- und Dienstleistungsvertrages“ begonnen wird. Dieser mit den beiden Rennvereinen konzipierte Vertrag, wird ein eingehendes Beurteilungsverfahren durch die Finanzbehörden durchlaufen, um danach unter Einbeziehung eventueller Änderungserfordernisse als Mustervertrag für die Kooperation mit den anderen Vereinen zu dienen.

Diese wird im Laufe des Jahres 2008 Schritt für Schritt aufgenommen werden. Somit wird auf einer Anzahl von Rennbahnen im Jahr 2008 bereits unter der neuen Struktur veranstaltet werden. Einige andere Rennvereine haben sich dagegen vorerst für eine Fortführung ihrer Veranstaltungen in der bisherigen Konstruktion, mit Lizenz des Verbandes, entschieden. 2008 wird rennsportintern somit ein Jahr des Übergangs sein.

Um den Weg zu klarer und konsequenter betriebswirtschaftlich strukturierten künftigen Entscheidungen und Abläufen zu ebnen, mußten im Laufe des Jahres 2007 außerordentlich umfangreiche und langwierige rechtliche Entflechtungen durchgeführt werden, die das Vorstellungsvermögen Außenstehender bei weitem überschreiten dürften.

Neu abgeschlossen wurden zwei der wichtigsten Vertragswerke für den Renn- und Wettbetrieb: der Fünfjahresvertrag mit dem Totalisatordienstleister Schientific Games und ein Dreijahresvertrag über die Satelliten- und Internet-Livestream-Übertragung mit der Telekom-Tochter T-Systems/Media & Broadcast.

Diese beiden Verträge beinhalten ein bedeutend verbessertes Leistungsangebot der jeweiligen Dienstleister sowie geeignete Klauseln für den Fall technischer Entwicklungen und notwendiger Preisanpassungen.

Der Vertrag mit T-Systems sichert gleichzeitig den Fortbestand der Satellitenübertragung, indem auf die um ein Mehrfaches gestiegenen Kosten für Kapazität auf dem Satelliten Astra mit einem Wechsel auf den leistungsfähigen neuen Satelliten Sirius 4 reagiert wird) und führt als Alternative einer kostengünstige Livestream-Übertragung via Internet ein.

Hauptelemente des Strukturkonzepts sind bekanntlich eine Bündelung der Kompetenzen, Rechte und Lizenzen in einer Hand und die zentrale Vergabe, Planung, Durchführung und Vermarktung der Galoppveranstaltungen. Dazu gehören kurze, schnelle Entscheidungswege, hoher Professionalisierungsgrad und noch verstärkte betriebswirtschaftliche Ausrichtung.

Fest vorgesehen ist deshalb die Aufteilung der Zentrale in den traditionellen Verband mit den klassischen Aufgaben (z. B. Gestütbuchführung, Funktionärswesen und Verbandsgerichtsbarkeit) sowie eine Holding-GmbH mit mehreren Tochtergesellschaften. Dort werden die einzelnen Bereiche des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes angesiedelt sein.

Über den weiteren Fortgang der Umsetzung der neuen Struktur wird in regelmäßigen Abständen berichtet werden, soweit veröffentlichungsreife Erkenntnisse präsentiert werden können.

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