Galopprennen finden aktuell in Deutschland nur einmal pro Woche statt. Wirtschaftliche Zwänge haben leider zu dieser bedauerlichen Entwicklung geführt. Bedauerlich für die Ställe, besonders die vielen ländlichen Quartiere, deren Chancen zum Geldverdienen etwas eingeschränkt werden. Dass die Ställe auf Sand laufen wollen, ist keine Frage. Den ultimativen Beweis dafür liefert der Renntag am Sonntag in Dortmund.
„Zwei Rennen hatten wir neu ausgeschrieben. Wir mussten ohne Ende vom Ausscheidungsverfahren Gebrauch machen, hätten gut und gerne 13 Rennen oder sogar noch mehr durchführen können“, berichtet Karl Schütz vom Rennverein in Wambel. „Aber das wäre dann doch des Guten zuviel gewesen. Wir können nun zwölf Rennen anbieten, die durchweg sehr gut besetzt sind.“
144 Starter sprechen eine eindeutige Sprache, dürften die Wetter vor spannende Aufgaben stellen. Die Besucher vor Ort kommen in den Genuss von freiem Eintritt (auch für den Parkplatz sowie eine der Glastribünen).
Erstmals gibt es das sogenannte „Rennen des Tages“, in dem mehr als die normalerweise zugelassenen zwölf Kandidaten antreten dürfen. Exakt 14 Pferde sind zugelassen, die Programm-Nummern 15 bzw. 16 kommen nur zum Einsatz, wenn andere Pferde zum Nichtstarter erklärt werden. Die Prüfung ist mit einem Jackpot von 10.000 Euro in der Viererwette ausgestattet.
Sehr gut bestückt ist auch ein Altersgewichtsrennen, das unter dem Motto 100 Jahre Verband Deutscher Amateur-Rennreiter steht. Hier treffen sich auch die Pferde mit der besten Klasse. Man denke nur an den erst seit wenigen Tagen bei Christian von der Recke stationierten gruppeplatzierten Bailamos, der seit über zwei Jahren auf einen Volltreffer wartet, hier ein maßgeschneidertes Rennen serviert bekommt.
„Ich möchte Oliver Sauer eine Chance geben, denn er kann wieder Champion werden“, signalisiert Recke. Fünf Siege stehen auf dem Konto des Dortmunders, aktuell führt Titelverteidiger Oliver Schnakenberg (reitet Accolo) mit sieben Zählern. Aber auch Kaliyan (Steffi Hofer), Orfisio (Annika Rosenbaum) und der mächtig verbesserte Irish Green (Karin Schlick) gehören sicherlich in die Kalkulationen.











