Die Chance des Lebens: Hellyn schnappt mit Getaway zu

‚Das ist die Chance seines Lebens‘, brachte es Rennkommentator Manfred Chapman bei der Parade vor dem Deutschlandpreis – Preis der Freunde und Förderer des Düsseldorfer Rennvereins – auf den Punkt. Denn der junge Belgier Stephen Hellyn bekam von Georg Baron von Ullmann und Trainer Jens Hirschberger den Ritt auf Getaway (Foto).

Hellyn durfte den 33:10-Mitfavoriten und einstigen Arc-Vierten steuern, der erst seit wenigen Monaten in der Bergheimer Trainingszentrale bei Wiener Walzers Derby-Siegcoach Jens Hirschberger beheimatet ist, nachdem er eine Reihe internationaler Spitzenleistungen noch unter der Regie von Andre Fabre gezeigt hatte.

Nach dem Ehrenrang zu Flamingo Fantasy im Hansa-Preis fieberten die Turffans vor dem mit 155.000 Euro ausgestatteten Gruppe I-Rennen über 2400 Meter am Sonntag auf dem Grafenberg der Revanche entgegen, zu der auch Derbysieger Kamsin gehörte, der in Hamburg Vierter geworden war und nun wesentlich passenderen Boden vorfand.

Doch am Ende jubelte erneut das Hirschberger-Team um den überglücklichen Stephen Hellyn, der Adrie de Vries vertrat, der in Newbury beim Araberrenntag weilte. Dabei hatte es lange Zeit gar nicht günstig für den Monsun-Sohn, der bislang 537.050 Euro in seiner Karriere eingaloppiert hatte, ausgesehen.

Doch der Reihe nach: Andrasch Starke machte auf Kamsin eine moderate Pace, gefolgt von Appel Au Maitre und dem innen dichtauf galoppierenden Getaway. Flamingo Fantasy und der Riesenaußenseiter Download waren dichtauf vor Ambassador und der Stute Tres Rapide, die bei langsamer Fahrt mächtig pullte.

Im Schlussbogen kam Bewegung ins Feld. Kamsin versuchte vorne abzuspringen, doch musste sein Jockey mächtig reiten, während Appel Au Maitre noch glänzend marschierte. Getaway machte innen ebenfalls einen guten Eindruck, wie auch Flamingo Fantasy immer besser auf Touren kam.

Im Einlauf hielt Kamsin nicht mehr lange stand, Appel Au Maitre löste ihn bald ab, zwischen beiden suchte Hellyn zunächst vergeblich nach einer Lücke mit Getaway, schien sich rettungslos festzufahren.

Aber in der Distanz ging endlich das ‚Tor‘ auf für Getaway. Mit enorm viel Schwung und wie ein echtes Klassepferd stieß der sechsjährige Hengst hindurch und kam noch mehr als locker nach Hause. Der Ullmann-Mannschaft fiel ein Stein vom Herzen, und der Mitfavorit wandelte damit auf den Spuren von 2007-Sieger Adlerflug (Video ansehen).

‚Er hatte unterwegs eine optimale Lage, es ging noch alles wunderbar. Ein tolles Finish von Stephen Hellyn, der inzwischen auch bei uns in der Arbeit reitet. Jetzt warten wir in Ruhe ab, was wir machen. Er könnte in den Rheinland-Pokal und dann über Baden-Baden in den Arc gehen‘, sagte Jens Hirschberger.

Ganz eng wurde es für den Ehrenplatz, der hauchdünn an Flamingo Fantasy (Andreas Suborics) ging, womit der umgekehrte Hansa-Einlauf stach, wobei sicherlich der Boden nicht ganz unwichtig gewesen sein dürfte.

‚Wir sind mit der Vorstellung sehr zufrieden, guter Boden wäre sicher etwas besser gewesen, aber Flamingo Fantasy hat sich toll verkauft. Man darf nicht vergessen, dass er ein straffes Programm hinter sich hat. Er wird nun eine Pause bis zum Großen Preis bekommen‘, hieß es aus seinem Umfeld des Flamingo Road-Sohnes.

Dichtauf endete der großartig laufende Appel Au Maitre (Fredrik Johansson) als Dritter. Dagegen enttäuschte Kamsin doch ziemlich, der sich zuletzt geschlagen gab. ‚Es war wenig Tempo, daher bin ich nach vorne gegangen, auch wenn das nicht geplant war. Er kam leider nicht mehr weiter‘, so ein enttäuschter Andrasch Starke.

Ambassador und die nie prominente, sicherlich an der flauen Fahrt gescheiterte Tres Rapide fielen nie auf, während Download in dieser Klasse nicht das Geringste verloren hat und seine Auftritte in dieser Liga eher lächerlich sind.

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