Die allerletzte Chance f?rs BMW Derby: Wer nutzt sie?

Am 23. Juli, drei Wochen später als üblich, ist der Tag X im deutschen Galopprennsport 2006. Dann steigt in Hamburg das BMW Deutsche Derby. Es ist die Prüfung, auf die ein Trainer lange hinarbeitet. Wer noch teilnehmen und ein Ticket ergattern möchte, muss sich sputen.

Die letzten Fahrkarten werden am Sonntag in Bremen vergeben, am Tag des WM-Endspiels zwischen Frankreich und Italien. Auch alle Fußballfans können beruhigt in die Vahr fahren, denn lange vor dem Beginn des Finales steht der Sieger im SWB Derby-Trail fest. Zwölf Monate nach dem Ullmann-Hengst September Storm rücken sechs Kandidaten in diesem mit 20.000 Euro dotierten Listenrennen über 2100 Meter in die Boxen ein.

Eigentlich stand die Prüfung gar nicht auf dem Plan von Saddex, der nun wohl in die Favoritenrolle rücken wird. Denn Trainer Peter Rau wollte mit dem phantastisch gezogenen Hengst (sein Vater ist kein Geringerer als Sadler´s Wells) nach dem Erfolg im Dortmunder Sparkassenpreis (vor dem zuletzt in den USA so stark gelaufenen Proudinsky) mit ihm ins Oppenheim-Union-Rennen gehen.

„Er hatte einen kleinen Arbeitsstopp, deshalb haben wir auf Köln verzichtet und starten nun in Bremen“, erläutert der Warendorfer Trainer. „Er ist für mich ein reelles Derbypferd.“ Nach Klasse braucht Saddex kaum einen Konkurrenten zu fürchten, zumal ein kurzzeitig avisierter Gast aus England wieder gestrichen wurde und es bei einer rein deutschen Angelegenheit bleibt.

Konkurrenz aus dem eigenen Stall bekommt er durch Alloro, der die Erfolgsfarben des Gestüts Ittlingen trägt, dem in dieser Saison fast alles gelingt. Marc Timpelan reitet den Lando-Sohn, der nach seinem Frankfurter Maidenerfolg von Peter Schiergen zu Peter Rau wechselte, diesmal allerdings ohne Scheuklappen antritt.

Trainer Peter Schiergen vertraut auf eine Doppelspitze, bestehend aus der Fährhoferin Damascena (Filip Minarik), die als einzige Kandidatin keine Derby-Nennung besitzt, und den Ebbesloher Diophas (William Mongil). Während die Stute in den Oaks d´Italia klar unter Wert geschlagen war, dort einen sehr ungünstigen Rennverlauf verkraften musste, belegte der Hengst einen Mittelplatz im Mülheimer Derby-Trial.

Gerade seine Maidenschaft hat Leonardo´s Friend abgelegt, der mit Eduardo Pedroza nun einen weiteren Sprung zu bewältigen hat. Einziger Siegloser im Aufgebot ist der von Tim Gibson in Mahndorf vorbereitete Katalog (Jozef Bojko), der beim dritten Rang hinter Schiaparelli, aber vor dem späteren Listensieger Dickens in Hannover seine bislang beste Leistung bot.

Acht Prüfungen stehen insgesamt auf der Karte. Bereits zum achten Mal begrüßen die Stadtwerke Bremen (swb) ihre Gäste in Bremen. Man bietet ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Kinder können sich auf der großen Spielwiese tummeln und Sprünge auf der Hüpfburg machen. Natürlich gibt es auch wieder kostenlose Rennbahnführungen.

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