Deutsche im Derby: Proud Boris, Esparanto, Carmond

Nach Österreich mit Proud Boris, Tschechien mit Medeo, Polen mit San Moritz und Ungarn mit Saldenzar ist am Sonntag die Slowakei als fünftes Land im mitteleuropäischen Raum an der Reihe, wenn es heißt, den Derbysieger zu ermitteln. Schauplatz des zum 15. Mal seit der Unabhängigkeit des Staates ausgetragenen Slovenske Derby ist Rennbahn der slowakischen Hauptstadt Bratislava, die ein Programm mit neun Rennen anbietet, in denen zahlreiche deutsche Jockeys zum Einsatz kom­men.

Noch größer ist allerdings die Anzahl der in Deutschland gezogenen Pferde, was vor al­lem im Top-Ereignis, aber nicht nur dort, klar zum Ausdruck gelangt. Der mitteleuropäische Renn­sport hat sich Jahr um Jahr zu einem immer größer werdenden Abnehmer für in Deutschland ge­zogene Pferde ent­wic­kelt, was nicht zuletzt auf den deutschen Auk­tionen ersichtlich wird.

1.600.000 Kronen, rund 56.000 Euro, stehen über dem Derby, dessen zwölfköpfiges Feld allein sie­ben in Deutschland gezogene Pferde und Vertreter aus Tschechien, Ungarn, Slowakei, Schweiz, Österreich und Deutschland aufweist, die um Lorbeerkranz und Ehre streiten. Einer, der bereits als Derby­sieger abgesattelt wurde, ist der von Jaroslav Hanacek für Besitzer Miroslaw Piskla trainierte Proud Boris, der am 17. Juni in Ebreichsdorf das 9. Magna Austria Derby gegen den später im un­ga­ri­schen Pendant erfolgreichen Saldenzar gewann, während der heute erneut engagierte Pepperous als Sechster über die Ziellinie gekommen war.

Schon damals hatten die Verantwortlichen das Slo­wa­kische Derby als nächste Herausforderung für den Hengst ausgegeben, der wie Terracon (Jiri Palik) und Esparanto (Jozef Bojko) ein Sohn des Fährhofer Deckhengstes Silvano ist, der mit seinen Nach­kommen immer mehr in den Blickpunkt rückt.

Der vom Neusser Trainer Horst Steinmetz (Foto) auf­gebotene Esparanto hat wie Proud Boris die Erfahrung eines Derbystarts hinter sich, als er unter dem Italiener Umberto Rispoli Platz drei in Prag erreicht hatte. An jenen 24. Juni hat Horst Stein­metz nicht die besten Erinnerungen, denn sein Schützling erwischte einen denkbar schlechten Renn­verlauf und „hätte bei einem glatten Rennen wohl gewonnen“, wie der Trainer später anmerk­te. Zweiter Vertreter eines deutschen Stalles ist der von Andreas Wöhler in Gütersloh für den Stall Amboss trainierte Carmond, der unter Stalljockey Eduardo Pedroza Anlauf auf den Derbysieg nimmt.

Die Generalprobe vor einer Woche auf der Frankfurter Rennbahn war jedenfalls verhei­ßungsvoll ausgefallen, denn er endete als Dritter knapp hinter den beiden Erstplatzierten, was die letzten Zweifel an dem Start in Bratislava ausräumte. Wie Deutschland schickt auch die Schweiz zwei Starter in die Prüfung.

Zum einen den von Carmen Bocs­kai trainierten und unter Ehemann Georg aufgebotenen Best of Thurgau, der seine Generalprobe über die Steherdistanz am 1. Mai in München-Riem erfolgreich gestaltet hatte, und zum anderen Ganderas, für den vom Schweizer Trai­ner-Cham­pi­on Miro Weiss der Kölner Jockey Andreas Göritz verpflich­tet wurde, der in jüngster Vergangen­heit mit zahlreichen Siegen positiv aufgefallen ist.

Von den restlichen Teilnehmern darf man Tanger, Dritter im ungarischen Derby, sowie dem formkon­stanten Österreicher Italian Stallion aus dem Stall von Emmerich Schweigert wohl noch das Meiste zutrau­en.

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