Dettoris gro?e Show: Campanologist tanzt den Walzer aus

24 Stunden vor dem Blauen Band herrschte in Hamburg am Samstag bereits eine Stimmung, wie sie besser nicht sein konnte. Verantwortlich dafür war eine 18-köpfige Gruppe Engländer aus Birmingham, die den Sieger feierten wie einen Nationalhelden. Wegen eines Junggesellen-Abschieds waren sie angereist. Und Frankie Dettori, der Meisterjockeys des Stalles Godolphin, zelebrierte nach dem Großen Preis von Lotto Hamburg seinen Jump.

Denn er hatte diese mit 155.000 Euro dotierte Gruppe I-Prüfung über 2400 Meter auf Campanologist (Foto) mit einer grandiosen Leistung gewonnen, für die blaue Erfolgsflotte und Trainer Saeed bin Suroor. Dabei war die 43:10-Chance, ein Kingmambo-Sohn in dieser Saison in den verschiedensten Ländern schon gelaufen, beim Dubai Racing Carnival gewann er ein Gruppe II-Rennen, war aber auch mehrfach in Italien unterwegs, wenn auch dort mit mäßigem Erfolg.

Und bei angenehmer, sonniger Witterung in Horn traf er keinen Geringeren als Wiener Walzer, der als Derbysieger 20:10-Favorit geworden war, und auch Quijano, den Super-Globetrotter des Gestüts Fährhof.

Doch am Ende feierte nur das England-Team um Campanologist. Nach dem Ausfall von Pacemaker Steuben (Fieber) musste Wiener Walzer selbst das Tempo machen, dahinter sah man Burma Gold vor dem innen postierten späteren Sieger, dann Allied Powers an der Außenseite vor Quijano und Jukebox Jury, der anfangs gar nicht mitgehen konnte und unterwegs geschlagen schien.

Im Einlauf legte Wiener Walzer zunächst zu, doch Campanologist marschierte weiter innen in großer Haltung auf und machte sich noch sehr sicher frei von der deutschen Hoffnung Nummer eins.

‚Campanologist war heute super auf dem Posten. Er hat sich seinen Gruppe I-Sieg vollauf verdient. In Hamburg habe ich mit Temporal 1991 im Derby mein erstes Rennen auf dieser Ebene gewonnen‘, berichtete Frankie Dettori. ‚Weitere Pläne haben wir noch nicht‘, ergänzte Saeed bin Suroor.

Wiener Walzer rettete den zweiten Platz hauchdünn gegen Quijano und den innen noch einmal wiederkommenden Jukebox Jury nach Hause. ‚Leider hatten wir kein Führpferd, er musste selbst soviel tun, da hat man keine Chance‘, haderte Gestütsleiter Gebhard Apelt mit dem Schicksal. Eigentlich war nun ein Auftritt in York geplant.

Quijano verkaufte sich als Dritter großartig. ‚Wir sind total happy. Das war eine Spitzenleistung. Jetzt ist alles ofen‘, verriet Racing Manager Simon Stokes.

Jukebox Jury ging diesmal nicht an der Spitze, packte aber groß ab. ‚Das war ein seltsamer Rennverlauf, vielleicht versuchen wir es bald einmal mit Scheuklappen‘, so Mark Johnston (Video ansehen).

Allied Powers baute bald ab. ‚Er wurde müde. Das könnte an der strapaziösen Reise gelegen haben‘, erklärte Michael Bell. Burma Gold endete abgehängt, wirkte überfordert.

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