Der „Dettori-Jump“ war der finale Punkt eines an Dramatik kaum zu überbietenden Mehl-Mülhens-Rennens – German 2000 Guineas. „Kampf Hals – Kampf Hals – totes Rennen“ – allein diese knappe Charakterisierung des Richterspruchs verdeutlicht, was sich auf dem grünen Rasen zugespielt hatte.
Mit den letzten Galoppsprüngen verschaffte Frankie Dettori seinem Hengst Frozen Power (Foto) den entscheidenden Vorteil gegen Kite Hunter, der nach einem Rennen von der Spitze alles gab und dennoch scheiterte. Mit erhobenem Haupt freilich. Dahinter verteidigte sein Trainingsgefährte Noble Alpha Rang drei im toten Rennen mit Russian Tango. Allen Vieren darf man absolute Topleistungen attestieren.
„Ich habe Frozen Power bewusst aus der Reserve geritten, im letzten Bogen hatte er kruz Probleme. Doch im Einlauf fand er außen schnell seinen Rhytthmus. Der Hengst ist ein großer Kämpfer, ein hartes Pferd. Das war das erste Mal, dass ich dieses Rennen gewonnen habe. Ein sehr schöner Moment für mich“, so Frankie Dettori, seit ewigen Zeiten der Stalljockey von Sheikh Mohammed.
Seinen ersten klassischen Sieger überhaupt sattelte Mahmood al Zarooni, der im letzten Winter als zweiter Trainer neben Saeed bin Suroor für das Godolphin-Unternhemen zuständig ist. In Newmarket sind ihm rund 90 Pferde anvertraut. „Am Sonntag haben wir die Stuten-Guineas in Irland mit Anna Salai ganz knapp verpasst.
Heute schon gab es die ausgleichende Gerechtigkeit. Frozen Power war im Winter in Dubai vier Mal am Start, in teils schweren. Anschließend haben wir ihm eine Pause gegeben, er war heute aus diesem Grund frisch und topfit“, so der glückliche Betreuer von Frozen Power, für den es in seiner noch kurzen Trainerlaufbahn ganz gewiss ein wichtiger Treffer war.
Mario Hofers Schützlinge Kite Hunter Noble Alpha spielten bis zuletzt ihre Trümpfe aus, scheiterten erst auf den letzten Metern. „Beide zeigten Topleistungen, es ist schade, dass es nicht ganz gereicht hat. Mit Kite Hunter hatten wir uns diese Taktik im Vorfeld ausgedacht, der Hengst sollte – falls keiner gehen wollte – das Rennen von der Spitze aufnehmen.
Noble Alpha, der das erste Mal mit Scheuklappen lief, war mir anfangs etwas zu eifrig. Er hat sich ebenfalls großartig verkauft“, fasste es Mario Hofer zusammen.
Der favorisierte Russian Tango lief das erwartet starke Rennen, in der Distanz wurde es kurz etwas eng für ihn. „Wir sind sehr zufrieden, im entscheidenden Moment fehlte noch etwas die Spritzigkeit“, hielt Andreas Wöhler fest.










