Dettori fordert die drei deutschen Favoriten im Grand Prix

Der sportliche Wert der Rennen in St. Moritz hat sich immer weiter verbessert und gipfelt im höchstdotierten Rennen der gesamten Schweizer Saison, das am Sonntag den krönenden Abschluss des dreitägigen Meetings bildet – der Gübelin – 71. Große Preis von St. Moritz. 121.121 Franken winken in dieser 2000-Meter-Prüfung, die seit jeher auch das Ziel deutscher Pferde war. Diesmal stehen die Chancen besser denn je, dass unsere Pferde dieses Top-Highlight auf Listen-Ebene wieder für sich entscheiden können.

Denn alle drei vermeintlichen Favoriten (so zumindest die Situation im Langzeit-Wettmarkt von RaceBets.com) im großen 16er-Feld kommen aus hiesigen Rennställen.

Die Nummer eins könnte Bucked Off (Mario Esposito) sein, ein groß eingeschlagener Import des Stalles Chevalex. Trainer Christian von der Recke landete mit dem Wallach bei drei Starts ebensoviele Siege, jeder Treffer fiel sehr überzeugend aus.

Andreas Wöhler, der sich den Titel mit Recke 2009 bei den Flachtrainern teilte, hat mit Rolling Home (Eduardo Pedroza) ebenfalls ein heißes Eisen im Feuer. Der Ausgleich-I-Sieger ist ebenfalls in großartiger Verfassung, landete drei Siege in Folge, zuletzt vor einer Woche im Engadin. Einziges Fragezeichen könnte die Distanz von 2000 Metern sein.

Dritte deutsche Top-Hoffnung ist Gestüt Burg Ebersteins Thalamon (Filip Minarik) aus dem Stall von Peter Schiergen. Der Monsun-Sohn der Klassestute Tryphosa profilierte sich bereits 2008 in Frankreich, und in der vergangenen Saison sicherte er sich im März und Dezember zwei sehr lukrative Handicaps im Nachbarland. Zwar gibt er nun sein Saisondebüt, doch darf man davon ausgehen, dass er ganz gezielt auf den Grand Prix präpariert wurde, nachdem er hier vor einem Jahr guter Vierter wurde.

Damals setzte sich der von Miroslav Weiss trainierte Song of Victory (hat Miguel Lopez im Sattel) mit eineinviertel Längen durch, Dritter wurde der Trainingsgefährte Vlavianus, die beide nach aktuellen Eindrücken aber 2010 zu den Außenseitern zählen.

Doch Letztgenannter ist keinem Geringeren als Lanfranco Dettori (Foto) anvertraut. Der populärste Jockey der Welt gibt sich die Ehre! Allein dies ist schon eine Schlagzeile wert und dürfte den Grand Prix zu einem Zuschauermagneten werden lassen.

Als stärkster Widersacher der deutschen Pferde wird Winterwind (Georg Bocskai) eingeschätzt, der Orpen-Sohn aus dem Stall von Carmen Bocskai, der sich am Eröffnungstag in großer Manier gegen starke Gegner behauptete. Der Trainingsgefährte Saphir Bere (Olivier Placais) musste zuletzt bereits gegen Rolling Home passen.

Aus Frankreich reist Henri-Alex Pantalls Border Bloom (Fabrice Veron)an, doch ist dieser nur schwer als Sieger vorstellbar. Das gilt auch für den früher im Schiergen-Stall beheimateten Thanatos (Michael Martinez), der auf dieser Ebene noch eine Schippe drauflegen muss.

Gerade Zweiter auf der Hürdenbahn war der Engländer Hail Caesar (Jim Crowley), der 2009 sogar im Grand Prix de Paris angespannt wurde, dort aber überfordert wirkte. Mark Johnstons Mannlichen (Steve Drowne) musste zuletzt schon Winterwind und dem Ex-Deutschen Fighting Johan den Vortritt lassen, blieb als Dritter aber vor Vlavianus, Just That (Mathias Sautjeau), Wassiljew (Vaclav Janacek), Ziking (Frederic Spanu), der 2007 als Siegerin disqualifizierten, 2008 aber wieder erfolgreichen First Time (Toni Castanheira) und dem damals sehr enttäuschenden Song of Victory (Miguel Lopez).

Im Skikjöring (Grand Prix Credit Susisse, 15.000 Franken, 2700 m) vertraut Christian von der Recke im Neunerfeld erneut auf Peredur (Franco Moro) und Baileys Best (Jakob Broger), die beide in diesem Jahr bereits achtbare Vorstellungen gaben. Zu schlagen gilt es vor allem den am vergangenen Sonntag hier erfolgreichen Gallardo (Leo Luminati).

Während der Grand Prix Axa Winterthur (16.000 Franken, 1800 m) ohne deutsche Beteiligung über die Bühne geht, sollte im achtköpfigen Feld des Grand Prix Hotel Soldanella/Newmarket Races (Nationales Listenrennen, 30.000 Franken, 1100 m) erneut der von Andreas Trybuhl für das Gestüt Weiherwiesen trainierte Florentiner (Eduardo Pedroza) das Maß aller Dinge sein, der am Eröffnungstag schon viele Konkurrenten mit großem Vorsprung hinter sich ließ.

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