Ist in Deutschland gerade erst die Nennungsliste für das Deutsche Derby 2013 geschlossen worden, passierte dasselbe zu Anfang der Woche bereits für das Englische Derby des Jahres 2014. Am 7. Juni wie immer in Epsom ausgetragen, dürfte es dann in der 235. Austragung wieder um mehr als 1,3 Millionen Pfund gehen!
Besitzer von 406 Jährlingen können hoffen, dass in eineinhalb Jahren ihre kühnsten Träume tatsächlich wahr werden. 2009 erfüllte Sea The Stars die von Christopher Tsui und bezwang am ersten Samstag im Juni Fame and Glory.
Der nun als Deckhengst tätige spätere Arc-Sieger hat aus seinem ersten Jahrgang 33 Nachkommen auf der Nennungsliste, die ihm für verschiedenste Besitzer nacheifern sollen.
Sein erstes Buch umfasste natürlich ausschließlich hoffnungsvolle Mutterstuten. Unter denen, die elf Monate später männliche Nachkommen gebaren, steht Vodka vielleicht an erster Stelle, denn die Japanerin schaffte 2009 den Triumph im Japan Cup. Die Yoshida-Familie hat sich ein Imperium geschaffen, das bald einen Epsom Derbysieger liefern könnte.
Im selben Jahr verwies die Französin Alpine Rose in Deauville auf höchstem Niveau die deutschstämmigen Gegnerinnen Lady Marian und La Boum auf die Plätze. Ihr Erstling stammt auch von Sea the Stars, kostete im Sommer in Deauville 1,2 Millionen Euro und zielt nun auch auf Epsom.
Apropos deutschstämmig: Die für Godolphin doppelt klassisch erfolgreiche Kazzia hat sich in der Zucht mit dem Gruppe I-Sieger Eastern Anthem schon einen Namen gemacht und würde endgültig zur Legende, wenn ihr vom Deckhengst-Shootingstar New Approach abstammender Jährling 2014 in Epsom zuschlagen würde.
Das ist nur einer der 68 Einträge von Godolphin, deren große Widersacher Coolmore 56 Chancen hat. Hier ist natürlich die Deckhengst-Sensation Galileo in vielen Fällen der Vater. Er empfing 2010 u. a. die Gruppe I-Siegerinnen Red Evie, Alexander Goldrun und Quija Bord, deren Söhne dem Derbysieger von 2001 13 Jahre später nacheifern sollen.
Scheich Hamdan Al Maktoum hat für 2014 23 Eisen im Feuer, während es für den Aga Khan immerhin 19 genannte Jährlinge sind. Das ist das Establishment, das nun aber nicht mehr unter sich ist, weil sich eine neue Rennsport-Supermacht aufstellt, und zwar die aus Qatar.
Auch hier spielt Geld bei der Herrscher-Familie Al Thani keine Rolle. Die größte Einzel-Investition hinsichtlich Epsom 2014 wurde Mitte Oktober in Newmarket getätigt und belief sich auf 2,5 Millionen Guineas, was den europäischen Auktions-Rekord für einen Jährling in diesem Jahr bedeutete.
Die Summe legte man für einen Galileo-Sohn namens Hydrogen an, der an Authorized den Derbysieger von 2007 zum Halbbruder und Vorbild hat. Dieser wurde als Jährling für 400.000 Guineas Trainer Peter Chapple-Hyam zugeschlagen, der ihn zwei Jahre später zum Derby-Triumph führte und wohl auch deshalb Hydrogen in Training bekam. Bei RaceBets.com ist es genau dieses 2.5 Mio.-Pferd, das als erstes die Favoritenbürde zu tragen hat.
Die deutschen Fans können sich voll auf Suracon konzentrieren, denn der Karlshofer erhielt die einzige Nennung aus Deutschland. Und jedenfalls auf dem Papier können sich die oben genannten schon mal warm anziehen, denn der Bruder von Soberania (Foto), Seismos und Samba Brazil hat echte Derby-Gene.
Er stammt von Monsun aus einer Halbschwester von Samum und Schiaparelli, die ebenfalls vom großen Schlenderhaner Deckhenst abstammend im Deutschen Derby nicht zu schlagen waren. Ob allerdings ein Derby-Coup dieser Familie wirklich in England gewinnen kann, ist eher fraglich. So sieht es zumindest RaceBets.com, dass den Hengst mit 1500:10 im Wettmarkt eröffnet (Zum Langzeitmarkt).










