‚Ich kann mich nicht an so eine verkorkste Saison erinnern wie diese‘, sagte Trainer Uwe Ostmann vor einer Woche. Damals hatte sich der Mülheimer Erfolgscoach nach längerer Durststrecke endlich wieder auf gehobenem Parkett zurückgemeldet. Liang Kay als Zweiter im Preis des Winterfavoriten und Laeya Star als Siegerin eines Listenrennens in Köln sorgten für die Trendwende.
Und am Freitag schlug Ostmann zusammen mit seinem Stalljockey Andreas Boschert in seiner Domäne Zweijährigen-Rennen erneut zu. In den Farben von Walter Busch (größter Erfolg für den Züchter und Besitzer) setzte sich Schützenjunker (Foto mitte) im Ferdinand Leisten-Memorial – BBAG Auktionsrennen Iffezheim durch.
Bis der Riesenzahltag in dem 150.000er über 1400 Meter in Höhe von 80.000 Euro für den Lord of Men-Sohn perfekt war, mussten die Anhänger aber eiserne Nerven bewahren. Denn bis weit in den Einlauf war von dem 52:10-Mitfavoriten nicht viel zu sehen.
Andreas Boschert wartete noch ab, während Traumsternchen, Easy Wonder und Four Dancers für eine richtig schnelle Fahrt sorgten. Zuvor hatte No Pardon sich seines Reiters Adrie de Vries an der Startstelle entledigt und wurde nach nach vielen Minuten Verzögerung eingefangen.
Lange sah es günstig aus für Four Dancer, während der Fasvorit Aiakos aus bester Lage den letzten Kick vermissen ließ. Aber plötzlich flogen außen noch Let´s Rock (Foto li.) und schließlich Schützenjunker heran. Noch relativ sicher mit einer Länge schnappte Schützenjunker zu.
Als Jährling hatte er in Iffezheim bei 25.000 Euro unverkauft den Ring wieder verlassen. Jetzt hat Walter Busch einen Großverdiener in seinen Reihen. 4800 Zuschauer (im Vorjahr waren es 5120) jubelten dem Sieger zu.
‚Die äußere Startnummer war schon ein Nachteil. Wenn ein Pferd wie Schützenjunker aber dennoch gewinnt, muss er sehr viel Potenzial besitzen. Er dürfte im nächsten Jahr noch einiges bewegen‘, erklärte Andreas Boschert.
Ob der Jockey im nächsten Jahr weiterreitet, wollte er noch nicht sagen: ‚Ich genieße jetzt erst einmal diesen Erfolg.‘
Trainer Uwe Ostmann fügte an: ‚Schon als Jährling hatte Schützenjunker eine raumgreifende Galoppade gezeigt. Jetzt machen wir Schluss für siese Saison. Er hat auch eine Derby-Nennung. Ich glaube schon, dass er über weitere Wege kommt.‘
Mit 105.000 Euro Gewinnsumme gehört Schützenjunker jetzt zu den Top-Youngsters. Denn er hatte auch schon das Kölner Auktionsrennen an sich gebracht.
Four Dancers verkaufte sich als Maidenpferd großartig, wehrte Let´s Rock und den Favoriten Aiakos ab. ‚Er war zur Stelle, konnte aber nicht recht zulegen. Der Rennverlauf war sehr gut, heute waren andere einfach besser als wir‘, trug Trainer Peter Schiergen die Niederlage des Favoriten mit Fassung, während Erika Mäder etwas an dem Ritt auf Four Dancers haderte: ‚Er hat sich stark gesteigert, das hatten wir uns auch erwartet. 1.600 Meter wären uns lieber gewesen, aber er ist nun einmal in den Auktionsrennen gemeldet. Ich denke, er kam etwas zu früh in Front, der Jockey glaubt das aber nicht.‘












