Der Gerling-Preis ist Deutschlands ältestes gesponsertes Pferderennen. Bei der 72. Auflage wird eine Nachnennung alle erfreut haben: Am Mittwoch wurde mit Prince Flori der „Galopper des Jahres“ nachgemeldet. Was eigentlich nicht unbedingt in der Planung war.
„Wir wollten nächste Woche im Prix Ganay laufen“, berichtet Trainer Sascha Smrczek, „doch da kristallisiert sich doch starke Konkurrenz heraus. Zumal laufen auch deutsche Pferde, auf ihrer Spezialdistanz. Da sind wir dann doch lieber nach Köln ausgewichen, zumal dort auch Filip Minarik zur Verfügung steht. Die Arbeit von Prince Flori hat mir sehr gut gefallen, es ist eine erste Standortbestimmung. Wir werden anschließend entscheiden, wie es weitergeht, ob nach Baden-Baden oder wohin. Es ist halt der Aufgalopp in die Saison.“
„Aufgalopp“ – das Wort fällt öfter, spricht man mit den in dieser Prüfung beteiligten Trainer. Die Dotierung von 65 000 Euro ist üppig genug, aber große Ziele winken halt erst in den späteren Monaten des Jahres und irgendwo muss man schließlich einmal anfangen. Deshalb ist davon auszugehen, dass das Gros der Jahresdebutanten noch nicht „auf hundert“ ist. Das gilt sicher auch für Derbysieger Schiaparelli, der „bestens durch den Winter gekommen ist, eine sehr gute Arbeit hingelegt hat“, wie Trainer Peter Schiergen vermeldet.
Kurzfristig umdisponieren musste Trainer Peter Rau, denn Stalljockey Torsten Mundry muss nach dem unglücklichen Sturz am Dienstag in Paris eine längere Zwangspause einlegen.
Eddie Pedroza, zunächst für den Vorjahressieger All Spirit gebucht, wechselte auf Saddex, möglicherweise die Nummer eins aus Warendorf. Donaldson (Andreas Suborics) und La Dancia, für den der Franzose Davy Bonilla engagiert wurde, komplettieren das Rau-Trio, insbesondere der Stute kann durchaus Steigerung zugetraut werden.
Vorjahressieger All Spirit ist auch dabei – „wir wollen den Titel verteidigen“, hatte Trainer Norbert Sauer schon zu Jahresbeginn erklärt, doch wird das kaum einfach werden. Expensive Dream hatte vor Jahresfrist für eine lukrative Zweierwette gesorgt, auch das wird nicht ganz leicht zu wiederholen sein, doch ist der inzwischen acht Jahre alte Veteran immer für eine Überraschung gut. Das Zünglein an der Waage könnte Bussoni sein. Die Leistung im Jaxx-Grand-Prix-Aufgalopp war tadellos, die etwas weitere Distanz kann nur von Vorteil sein. Für Brisant wird es sicher kein leichter Gang sein.











