Das war eng. Und zwar richtig eng! Bis 20 Meter vor dem Ziel sah es in der Oppenheim-Pramerica-Meile nach der ganz großen Sensation aus. Bis dahin hieß der Sieger nicht Lateral. Bis dahin mussten die Wetter des heißen 14:10-Favoirten schwitzen. Doch im Ziel war die Welt dann wieder in Ordnung. Lateral gewann vor Willingly und Common World.
Der Reihe nach. Um kurz nach fünf hatte Manfred Chapman das Meilen-Feld mit den Worten „es sind nur fünf Pferde am Start, aber die haben es in sich“ vorgestellt. Dann ging es los. Unmittelbar, nachdem sich die Boxen des mit 50.000 Euro dotierten Rennens geöffnet hatten, übernahm Willingly die Spitze.
Dort sorgte er zunächst für ordentliches Tempo, um dann ein wenig zu verschnaufen und in der Geraden noch einmal zuzulegen. Im Sattel hatte Adrie de Vries alles hervorragend eingeteilt, ritt auf dem längsten Außenseiter im Feld (114:10) ein ausgezeichnetes Rennen. Und bis kurz vor dem Ziel ging die Taktik von Trainer Michael Trybuhl auch auf.
Doch am Ende war der Gruppe I-Sieger und einstige Derbyfavorit Lateral, der unterwegs an dritter Stelle galoppierte, bereits im Schlussbogen ein wenig geschoben werden musste, dann doch einen Tick zu stark für den siebenjährigen Willingly. Lateral gewann nach Kampf mit einem Hals.
Der Singspiel-Sohn sorgte für einen Hattrick des Derbyjahrgangs in diesem Gruppe III-Rennen, mit Pepperstrom und Proudance war das Event bereits die letzten zwei Jahre an einen Dreijährigen gegangen. Im Sattel von Lateral bescherte William Mongil dem Gestüt Fährhof nach dem Sieg von Quijano ein Doppel, dürfte einen seiner letzten großen Erfolge für den Asterblüte-Stall gefeiert haben. Im nächsten Jahr wird Mongil voraussichtlich nicht mehr Stalljockey bei Peter Schiergen sein.
Dieser gewann das Rennen zum ersten Mal. Die Oppenheim-Pramerica-Meile war eines der wenigen Grupperennen hierzulande, in welches sich Schiergen noch nicht in die Siegerliste eintragen konnte. Das ist seit dem 6. August 2006 Geschichte.
Nur den vierten Platz belegte der letztjährige Guineas-Sieger Santiago, der die lange Pause in dieser Klasse dann doch gemerkt haben dürfte. Mit einer Quote von 50:10 stand der Hengst aus dem Ostmann-Stall nur 3 Punkte kürzer als Common World aus England, konnte diesem das Wasser aber nicht reichen und endete deutlich hinter ihm auf dem vierten Platz. Noch weiter zurück landete die Guineas-Heldin Shapira, die vor gut einem Jahr um diese Zeit immerhin Rang zwei auf Gruppe I-Parkett im Prix d’Astarte in Deauville belegt hatte.










