Das sind die deutschen Starter in Cagnes-sur-mer 2011

Die Aufbruchstimmung ins gelobte Land, gemeint ist die Galopprennbahn Cagnes-sur-Mer an der Cote d’Azur, ist wie auch in den letzten Jahren von umfangreichen Aktivitäten deutscher Quartiere in den Wintermonaten geprägt. Dann nämlich besonders, wenn am 17. Januar in Cagnes das dortige Wintermeeting auf der Flachen beginnt.

Aktuell sind noch die Hindernispferde in zahlreichen Rennen auf der Grasbahn im Dauereinsatz bei zur Zeit besseren äußeren Bedingungen als sie in Deutschland vorherrschen.

Jedenfalls ist es, wie auch in der Vergangenheit, nicht einfach, sich eine Box zu sichern, so groß erscheint auch dieses Mal wieder der Andrang, nicht zuletzt aus hiesigen Ställen. Auch das Krefelder Trainingsquartier von Hans-Albert Blume nimmt mit drei Pferden die Expedition in Angriff.

So werden Timolin, Algon und Mitsui versuchen, eine gute Visitenkarte in Südfrankreich abzuliefern. „Wir werden uns in dieser Zeit abwechseln“, berichtet Alida Blume. „Mal weilt mein Vater unten, mal reise ich runter. Wir sind sehr zuversichtlich, zumal beispielsweise ein Timolin bereits eine gute Visitenkarte in Frankreich abliefern konnte“.

Nachdem Fürstin zu Oettingen-Wallerstein ihren Rennstall geschlossen hat, läuft der Tertullian-Sohn jetzt in den Farben des Stalles Picadilly. „Er hat frische Siegform zur Hand und befindet sich gut in Tritt. Wir rechnen uns durchaus den ein oder anderen Punkt aus. Der erste Starter heißt am Eröffnungstag Mitsui, der sich das Ticket durch eine Platzierung im mittleren Handicap in Neuss verdient hatte. Auch der schlechte Rennverlauf konnte ein gutes Laufen nicht verhindern. „Wir hoffen, dass wir auch mit ihm Geld verdienen können“, so Alida Blume weiter“.

Auch Algon scheint noch nicht alle Karten aufgedeckt zu haben, zuletzt beim Erstauftritt im Nachbarland hatte er allerdings vieles gegen sich. „Alles in allem hoffen wir natürlich, dass wir mit allen Pferden Geld mit nach Hause bringen“, resümiert Alida Blume abschließend.

Auch der sich in Frankreich bestens auskennende Jean-Pierre Carvalho hat mit Lassina, Nabella und Zauberin drei Eisen im Feuer.

„Lassina hat mit einem Valeur von 30,5 eine, wie ich finde, faire Marke erhalten. Entweder wir machen auf der Reclamer-Route weiter, oder wir versuchen es im Handicap. Nabella hat etwas gebraucht, eine späte Stute, die anfangs enttäuschte und nicht viel gezeigt hat. Am Ende des Jahres hat es schließlich Klick gemacht, als sie in Saint-Cloud platziert lief.

Auch für sie gelten kleinere Verkaufsprüfungen oder Versuche im Handicap. Die Rock of Gibraltar-Tochter fühlt sich auf Distanzen um die Meile wohl. Zauberin, ein eher leichter Typ, hatte zu Beginn der Saison mit ihrem Nervenkostüm zu kämpfen. Mittlerweile hat sie sich voll gefunden. Wer einen Ausgleich III in München in leichter Manier gewinnen kann, muss auch in Cagnes Chancen anmelden können. Die Stute besitzt noch kein Valeur in Frankreich. Zwei Pferde des Stalles Australia, darunter die noch nicht gelaufene Platin Rose, werden ebenfalls nach Cagnes reisen.

Sie standen bisher bei Jean-Pierre Carvalho, werden aber, wie der Frankfurter Trainer mitteilte, aufgrund der angespannten Boxensituation vor Ort unter der Ägide von Keven Borgel eine Box in dessen Marseiller Stall beziehen.

Zahlreiche Kandidaten sind auch aus dem Mülheimer Quartier von Frankreich-Spezialist Werner Baltromei (Foto) zu nennen. Diesmal soll auch der bereits Frankreich erprobte König Bernard zu seinem Recht kommen.

„Er muss zeigen, dass er mit Sand klar kommt und soll auf den dort stattfindenden Sandbahn-Grand Prix vorbereitet werden, der über 2000 Meter führt. Dafür müssen wir ihn in der Distanz umstellen, nach Klasse hat er, wie es aussieht, keinen Gegner zu fürchten. Bis dahin sind allerdings noch das eine oder andere Fragezeichen zu beantworten“, berichtet der Mülheimer Trainer, der sich momentan noch im Urlaub befindet.

Der Debütant Torbey soll in Cagnes ebenso an den Ablauf kommen wie Champions Way, dem man beim ersten Handicapstart Beachtung schenken sollte. Der Graditzer Mamool-Sohn soll sich ebenfalls von guter Seite zeigen. Allerdings mahnt Werner Baltromei auch etwas zur Vorsicht: „Wir konnten auf Grund der Witterungsbediungen nicht voll durcharbeiten. Vielleicht brauchen meine Pferde noch den einen oder anderen Start. Ein weiteres Fragezeichen stellt sich natürlich, wie sie reisen. Aber grundsätzlich bin ich durch die Bank zuversichtlich“, bringt es der Trainer auf den Punkt.

Sechs Boxen hat auch Krefeler Trainer Mario Hofer, dessen Pferde sich nicht nur auf den deutschen Winterpisten in guter Verfassung präsentieren, in Cagnes-sur-Mer gebucht. „Abschließend stehen die Pferde, die runtergehen sollen, noch nicht fest.

Auf jeden Fall sollte man Vianello im Auge behalten, auch Marlow ist für das Meeting an der Cote d’Azur vorgesehen.“ Erstgenannter, ein Steigenberger-Vertreter, brachte sich als Listensieger – er gewann 2010 den Preis der Dreijährigen in Düsseldorf – in einer kleineren Verkaufsprüfung wieder nachdrücklich in Erinnerung.

Auch Marlow hat schon lukrative Platzierungen auf französischem Boden erzielt. Er kommt mit der Sandbahn ebenso zurecht wie der zuletzt ebenfalls in der Normandie platzierte Asulaman.

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