Das Mekka des Hindernissports: Cheltenham ante portas

Während des berühmten Hindernis-Festivals von Cheltenham, das am Dienstag beginnt und bis Freitag insgesamt vier Renntage mit 26 Prüfungen umfasst, halten sich gefühlt zehn Mal soviele rennsportbegeisterte Menschen wie die 110.000 Einwohner in Cheltenham auf und schauen Tag für Tag den besten Hindernispferden Englands zu. Die Auseinandersetzung mit den irischen Spitzenspringern hat Tradition, und diese wird Jahr für Jahr gepflegt.

Natürlich schalten sich auch immer wieder die französischen Top-Pferde in den Kampf um Sieg und Plätze mit ein. Aber vor allem, wenn ein irisches Pferd als Erster über die Ziellinie gestürmt ist, vernimmt man am Absattelring den berühmt berüchtigten „Roar“ der Iren, die ihre Sieger umgehend lautstark feiern.

Der Konflikt zwischen Katholiken (Iren) und Protestanten (Briten) wird seit Jahrhunderten in Irland ausgetragen. Da sind frenetische Siegzeremonien willkommene kleine Nadelstiche der Iren, vor allem auf englischem Territorium. Für einen solchen könnte direkt im ersten Rennen des Meetings Dunguib sorgen.

Der von Philip Fenton trainierte letztjährige imponierende Cheltenham Bumper-Sieger hat den Wechsel auf die Hürdenbahn eindrucksvoll bewerkstelligt. Nach seinem Sieg im Deloitte Novice Hurdle auf Grade-I-Niveau purzelte der ohnehin schon kurze Siegkurs noch einmal. Nun notiert der Siebenjährige mit einer Eventualquote von etwa 18:10 brandheiß bei allen Buchmachern für einen Triumph im Supreme Novices‘ Hurdle.

Auch wenn die Leistungen von Dunguib in dieser Saison herausragend waren, er nach gezeigten Formen keinen Gegner zu fürchten hat, scheint ein Kurs unter 20:10 schon arg kurz zu sein. Zudem muss man wissen, dass sein ständiger Jockey Brian O’Connell im Verhältnis zu den meisten seiner Kollegen wenig Erfahrung in Cheltenham vorweisen kann und Dunguib bei seinen bisherigen Tests ebenfalls nicht immer voll überzeugte.

Sein „Motor“ indes scheint deutlich mehr Leistung hervorrufen zu können, als jene der Konkurrenz im Supreme Novices‘ Hurdle. Länger galt Dunguib auch als Kandidat für das Champion Hurdle, von diesem Plan rückte sein Team allerdings (fast) schon ab. Eine interessante Alternative könnte der von Silvano aus Bella Vista (Königsstuhl) stammende Bellvano sein, der zum Kurs von 210:10 zu haben ist.

Nicky Hendersons Sechsjähriger wird von einem schnell gelaufenen Rennen profitieren können, hatte er doch zuletzt immer etwas Schwierigkeiten, sich zu beruhigen und seinen Rhythmus zu finden.- John P. McManus ist Besitzer des im Stall hoch eingeschätzten Bellvano. Die Hilfen von Abo-Champion Tony McCoy im Sattel sind zudem ein großes Plus. Gerade in der Sieg/Platzwette bietet sich Bellvano an, der zuletzt zwar deutlich hinter Menorah landete, aber sicher noch Steigerungspotenzial besitzt.

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