Der Große Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf ist ein Rennen, in dem Uwe Ostmann in der Vergangenheit sehr erfolgreich agierte. Denn gleich dreimal hat der Mülheimer Coach dieses Gruppe III-Rennen auf der verlängerten Meile in den letzten sechs Jahren gewonnen. Kurioserweise stets mit dem selben Pferd, dem Big Shuffle-Sohn Peppercorn. Dieser hat seine Rennkarriere mittlerweile beendet, ist als Deckhengst im Gestüt Nordwind tätig.
Doch mit dem Highest Honor-Sohn Santiago dürfte Uwe Ostmann am Sonntag wieder ein Pferd mit allerersten Chancen in dem ausschließlich von deutschen bestrittenen Grupperennen haben. Im Vorjahr klassischer Sieger und der beste Meiler seines Jahrgangs, wurde der Schimmel durch eine Verletzungspause zurückgeworfen.
Im Preis von Schlenderhan in Baden-Baden galt der Hof Vesterberger zuletzt als klarer Favorit, Platz sechs war natürlich nicht das, was man damals erwartet hatte. Doch kam Santiago mit Nasenbluten aus dem Rennen. „In Baden-Baden hat er mich enttäuscht. Er wird in Düsseldorf einen stärkeren Eindruck hinterlassen“, glaubt der Trainer, der seinen Crack sicher nicht ohne Grund aufbieten wird.
Das sieht auch Waldemar Hickst so, der Trainer des Waky Nao-Sohnes Wiesenpfad (Foto), der von den vier Dreijährigen, die sich gegen die Älteren versuchen, möglicherweise das am höchsten einzuschätzende Pferd ist.
„Uwe Ostmann wird Santiago kaum ohne Grund aufbieten. Für Wiesenpfad ist es nun natürlich ein weiterer Sprung und die bislang schwerste Aufgabe. Da muss man erst einmal abwarten. Er ist aber gut drauf und ein noch unverbrauchtes Pferd“, sagt der aktuell so erfolgreiche Trainer zu dem Hengst, der wie bei seinen ersten drei Starts Andreas Suborics anvertraut ist.
Wie Wiesenpfad, so kann man auch Austriaco als einen Aufsteiger der Saison 2006 bezeichnen. Der Höny-Hofer hatte ähnlich wie Santiago verletzungsbedingt lange pausieren müssen, eilte in dieser Saison aber durch die Handicaps. Die Niederlage jüngst in Köln war nach Ansicht von Trainer Ralf Suerland durchaus vermeidbar.
Interessantes Detail am Rande: Austriaco und Santiago haben sich bereits dreijährig einmal in einem Kölner Maidenrennen getroffen, das der Ostmann-Schützling mit einer dreiviertel Länge gegen Austriaco für sich entschied. In diesem Rennen hatte sich Austriaco die Verletzung zugezogen, die ihn dann für längere Zeit außer Gefecht setzte. Damals saß William Mongil im Sattel von Austriaco, der auch am Sonntag wieder sein Partner sein wird.
Gleich mit drei Pferden ist Mario Hofer vertreten. Apollo Star (Jean-Pierre Carvalho) ist auch bereits vierfacher Saisonsieger, war zuletzt zweimal auf dem Grafenberg erfolgreich. Nun muss er natürlich auch einen Sprung bewältigen. Mannico (Peter Heugl) spielte nach einer Sommerpause in der Großen Europa Meile noch keine Rolle, doch war er im Frühjahr in den wichtigen Rennen seines Jahrgangs durchaus prominent.
Glad to be fast scheint dagegen nicht mehr die einstige Klasse zu haben, auch die Distanz scheint für ihn schon reichlich weit zu sein. Ein Duo des Stalles Sonnenschein, bestehend aus dem alten Haudegen Blueberry Forest (Eugen Frank) und dem Dreijährigen Mharadono (Wladimir Panov) schickt Peter Hirschberger ins Rennen.
Nach Form sind beide nur Außenseiter, doch hat Mharadono mit dem Sieg im Junioren-Preis in Düsseldorf seinen größten Triumph erziehlt, während Blueberry Forest als Vorjahresdritter antritt, durchaus überraschen kann.
Der Dreijährige Lucidor (Viktor Schulepov) aus dem Stall von Erika Mäder, und Genios (Andre Best) von Dr. Andreas Bolte, zuletzt Dritter in einem Listenrennen in Mailand, komplettieren das Feld.
Es ist der letzte Renntag der Saison auf dem Grafenberg, insgesamt werden noch einmal neun Rennen ausgetragen, wobei im Rahmenprgoramm sicher dem Zweijährigenrennen die meiste Aufmerksamkeit gebührt.











