Es hatte sich angekündigt und nun ist es bittere Realität. Die Frankfurter Rennbahn muss dem neuen DFB-Kompetenzzentrum weichen. Im Herbst 2015 finden in Niederrad auf der Traditions-Bahn, die im vergangenen Jahr 150jähriges Bestehen feierte, die letzten Rennen statt. Bis zum Schluss hatte man auf eine Rettung, mindestens aber auf einen für beide Seiten akzeptablen Kompromiss gehofft.
Der DFB-Präsident Wolfgang Niersbach spricht auf der Homepage von einer ‚einmaligen Chance‘. Es zeigt aber auch, dass in heutiger Zeit vieles dem Fußball untergeordnet wird.
‚Der DFB wird das Areal in Erbpacht erwerben, die lastenfreie Übergabe des Grundstücks ist für den 1. Januar 2016 terminiert. Im Anschluss an die Präsidiumssitzung wurde im Frankfurter Römer eine entsprechende Absichtserklärung von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, Oberbürgermeister Peter Feldmann, DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock und Bürgermeister Olaf Cunitz unterschrieben“, heißt es auf dfb.de weiter.
In einem offenen Brief an Wolfgang Niersbach hatte zuletzt Carl-Philipp Graf zu Solms-Wildenfels, ehemaliges Präsidiumsmitglied des Frankfurter Rennclubs, auf die historische Verantwortung hingewiesen, die besagt, dass die Frankfurter Familie Weinberg die Rennbahn der Stadt nur unter der Auflage überlassen habe, dass auf dem Gelände stets Pferderennen abgehalten werden.
‚In den Kaufverträgen und im übrigen Schriftverkehr zum Verkauf der Grundstücke und Häuser der Industriellen und Kaufleute an die Stadt Frankfurt in den Jahren 1938 und 1939 findet sich kein Hinweis darauf, dass die Rennbahn den Weinbergs gehört hat. In den Dokumenten ist mithin auch keine Festlegung für die Nutzung der Rennbahn zu finden, wie sie derzeit als Argument gegen eine Nutzung des Geländes durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ins Feld geführt wird. Womöglich liegt eine Verwechslung der Sportarten vor: Im Kaufvertrag mit Carl von Weinberg erkennt die Stadt den Wunsch des Verkäufers an, dass die Entwicklung des Golfsports in Frankfurt ‚keine Beeinträchtigung‘ erfahre‘, so die FAZ am Donnerstag in ihrer Online-Ausgabe.










