Bricht Novellist in Paris auch Danedreams Bahnrekord?

Danedream hat ihren Triumph im Prix de l’Arc 2011 ebenso wie Novellist seinen in den King George IV Stakes in diesem Jahr jeweils in einer Siegerzeit erzielt, die nicht nur die Rennrekorde unterbot, sondern auch neue Bestmarken für die Derby-Distanz auf den Bahnen Longchamp bzw. Ascot aufstellte.

Abgesehen von einer Weltspitzen-Leistung müssen für eine solche Rekord-Verbesserung natürlich auch die Rahmenbedingungen stimmen. Nur wenn der Boden auf der schnellen Seite von gut angegeben ist und andere Pferde unterwegs das Tempo hochhalten, ist derartiges überhaupt möglich.

Es dürfte feststehen, dass auch die nächste Ausgabe des Prix de l‘Arc am 6. Oktober wieder durchgehend extrem schnell gelaufen wird. Nicht absehbar ist aktuell natürlich das Wetter, das allein für die Bodenbeschaffenheit verantwortlich ist.

Als Danedream vor zwei Jahren nach einer Unterbrechung seit Star Appeal im Jahr 1975 wieder deutsche Träume vom Arc-Sieg war werden ließ, herrschte in Paris Spätsommerwetter mit Temperaturen um 25° Celsius. Das ist am ersten Sonntag im Oktober gemäß der Erfahrung der letzten Jahrzehnte nicht besonders ungewöhnlich, aber keinesfalls der Normalfall.

So brauchte Motrico im Jahr 1930 über 20 Sekunden länger als sie und hält seitdem mit 2:44.80 Minuten den Negativ-Rekord im Arc. Vor Danedream hielt der Sieger von 1997 Peintre Celebre den Rekord, der 2:24.60 Minuten brauchte.

Danedream spulte die in Longchamp geforderten exakten 2.400 Meter 2011 dann in 2:24.49 Minuten ab. 12 Monate später war das Geläuf mit schwer angegeben, so dass die Sensationssiegerin Solemia 2:37.68 Minuten bis ins Ziel brauchte.

In England geht es nach einem anderen System über anderthalb Meilen zu Sache, was etwa 2.414 Metern entspricht. Novellist absolvierte diese Distanz im Sommer in Ascot in 2:24.60 Minuten und unterbot den bisherigen Rekord gleich um mehr als zwei Sekunden. Rechnerisch ist er also etwa genauso schnell wie Danedream in Longchamp gelaufen.

Die alte Rekordmarke in den King George gehörte Harbinger, der 2010 in 2:26.78 Minuten ein wenig schneller war als Grundy 1975. Der hatte damals Bustino in einem Duell niedergerungen, das als der härteste jemals geführte Vollblut- Zweikampf in die Geschichte einging. Schließlich konnten diese beiden Heroen nach dieser Anstrengung auch nie mehr an ihre Topform anknüpfen.

Und bald also der Bahnrekord-Halter von Ascot Novellist erstmals in Longchamp. Da stellt sich die naheliegende Frage, ob er in Paris vielleicht auch so schnell laufen kann wie kein Rennpferd je vor ihm. Diese Frage trieb auch die Buchmacher von RaceBets.com um, als sie vor wenigen Tagen ein Novellist-Spezial für den nächsten Prix de l’Arc anlegten.

Nach einigem Abwägen bietet der Partner des deutschen Rennsports im Langzeitbereich nun 210:10 darauf an, dass es Novellist schafft, Danedreams 2:24.49 Minuten zu unterbieten. Sicherlich ein ehrenhaftes Ziel! (Zu den Spezials)

Die Fans wären aber bestimmt auch schon glücklich, sollte sich Novellist drei Minuten Zeit nehmen, solange er als Erster durchs Ziel geht.

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