Vor zwei Jahren avancierte die Granum-Stute Shapira zur klassischen Siegerin in den 1000 Guineas. Doch die Qualitäten scheinen in der Familie zu liegen. Denn am Sonntagnachmittag um kurz vor 17 Uhr (der Start hatte sich verzögert, da die Röttgenerin Desabina nach einem Eisenverlust neu beschlagen werden musste) schlug die ganz große Stunde ihrer rechten Schwester Shane (Foto). Der Traum von Besitzer Ulrich Zerrath wurde wahr, die Kornado-Tochter ist die beste zweijährige Stute!
65:10 stand Shane am Totalisator, das Vertrauen der Wetter war im Preis der Winterkönigin (Gruppe III, 105.000 Euro, 1600 m) in erster Linie mit der Brümmerhoferin Touch my Soul (28:10) und der Schlenderhanerin Sybilia gegangen. Doch beide hatten nicht das Geringste zu bestellen gegen die im Gestüt Schattauer Hof gezogene Shane!
In Richtung der Zielgeraden hatte Sybilia fast schon die Spitze übernommen, Terry Hellier war früh zur Stelle mit der Hofer-Stute. Zu diesem Zeitpunkt gab sich Desabina schon restlos geschlagen, folgte deutlich hinter dem Feld. Touch my Soul, die am Start etwas nachgeklappt war, hatte sich in äußerer Spur verbessert, doch noch vor ihr war schon Shane auszumachen, die bereits im Führring einen bestechenden Eindruck hinterlassen hatte.
Im Einlauf wehrte sich Sybilia noch kurz, doch zuletzt spitzte sich der Kampf um die Krone nur auf ein Duell zu. Shane war resolut nach vorne gestürmt, doch außen trumpfte Touch my Soul (Andrasch Starke) auf. Kurz glaubte man, die Schiergen-Stute könnte auf den Spuren ihrer Vorgängerin Nordtänzerin wandeln. Doch war das trügerisch.
Denn Shane marschierte unverdrossen weiter, wurde immer länger und markierte einen weiteren Top-Triumph für Andreas Löwe und Andreas Helfenbein in einem Stuten-Event nach Lolita in den 1000 Guineas.
Zweieinhalb Längen betrug am Ende der komfortable Vorteil von Shane, der neuen deutschen Super-Lady vor Touch my Soul, die sich glänzend verkaufte, und der Außenseiterin Hashbrown, die innen mit Wladimir Panov noch sehr flott wurde, was auch für Pakama (Jean-Pierre Carvalho) als Vierte gilt. Und wo war Sybilia? Früh konnte die Schlenderhanerin nicht mehr zulegen, blieb als Sechste klar unter den Erwartungen. Desabina wurde gar nur Letzte.
‚Sie ist noch viel besser als Shapira‘, sagte ein freudestrahlender Andreas Löwe. ‚Wenn sie sich weiter so entwickelt, sollte sie in den Guineas im nächsten Jahr eine gute Rolle spielen. Shane ist noch nicht auf hundert Prozent, gar nicht ausgereift.‘
Und Andreas Helfenbein, dessen Verbindung mit dem Kölner Trainer erst kürzlich zu Ende gegangen war, signalisierte: ‚Andreas Löwe und ich stehen weiterhin in sehr gutem Kontakt. Shane ist eine Riesenstute für 2007.‘
49.000 Euro hatte Shane bei der letztjährigen BBAG-Herbst-Auktion gekostet. Keine Frage, der Münsteraner Zerrath hat den Deal seines Lebens als Besitzer gemacht und strahlte mit den 8.763 Besuchern um die Wette.
Gisela Schiergen, die Ehefrau von Peter Schiergen (weilte in Rom) erklärte: ‚Wir sind sehr glücklich über den zweiten Platz von Touch my Soul.‘ Hashbrowns Betreuer Christian Sprengel sagte: ‚In den letzten beiden Rennen hatte sie viel Pech. Ich habe zu Wladimir Panov gesagt, zähle in der Geraden langsam auf sechs, am besten auf Russisch und greife dann an. So hat er lange genug gewartet, was optimal war.‘
Mario Hofer, der Betreuer von Sybilia und Pakama, erläuterte: Sybilia war etwas zu fleißig, die Distanz wurde ihr etwas weit. Pakama kam angeflogen.‘ Sybilia landete auf dem sechsten Platz hinter der Ostmann-Stute Laeya Star, die nach einer Störung im Schlussbogen am Ende noch mächtig schnell wurde.
Über 217.000 Euro wurden in der Winterkönigin gewettet, der riesige Jackpot in der Viererwette wurde geknackt – die Quote betrug 118.787:10 Euro.












