Wenn am Sonntag mit dem Hoppegartener Flieger-Preis der BahSIG Bahn-Signalbau GmbH eine Prüfung für die „schnelle Truppe“, wie man die Spezialisten für die kurzen Distanzen auch im Volksmund bezeichnet, durchgeführt wird, wird sich so manch einer der Hoppegartener Stammgäste, aber nicht nur diese, noch gerne an den 17. April des vergangenen Jahres erinnern.
Damals gab der sechsjährige Overdose, ein Ass unter den Sprintern, zum ersten Mal seine Visitenkarte auf der Berliner Bahn ab und hinterließ einen überragenden Eindruck. In einer mit 10.000 Euro dotierten Prüfung siegte er unter Andreas Suborics in so beeindruckender Manier, dass der Zielrichter auf hoch überlegen entschied.
Die Prüfung hat im Gegensatz zum Vorjahr eine Aufwertung sowohl im sportlichen Wert als auch in finanzieller Hinsicht erfahren, wird sie doch am Sonntag zum ersten Mal als Listen-Rennen und mit einer Dotierung von 22.000 Euro ausgetragen. Solche Kriterien erhöhen natürlich das Interesse der Ställe, so dass sich der Veranstalter über ein elfköpfiges Feld freuen darf.
Für die Internationalität unter den Pferden sorgt der Schwede Exhibition, eine anerkannte Größe auf den kurzen Wegen und hierzulande längst kein Unbekannter mehr. Seinen letzten Start absolvierte er in der Flieger-Trophy in Hamburg, wo er als Fünfter nur ganz knapp eine bessere Platzierung verpasste.
Er zählt ebenso zu den Sieganwärtern wie War Artist, einer von zwei Sprint-Oldies, die der international agierende Besitzer Rupert Plersch hier aufbietet. Im Vorjahr zählte er noch zu den besten europäischen Fliegern, doch in der laufenden Saison sind derartige Referenzen noch nicht zu verzeichnen.
Paul Harley ist der Trainer des Neunjährigen, während John Hillis für Lipocco, den zweiten Plersch-Vertreter, verantwortlich zeichnet. Im Gegensatz zum Stallgefährten weist Lipocco frische Form auf, hat er doch unlängst in einer eher harmlosen Münchener Prüfung die Gegner zu Statisten degradiert. Hoch einzuschätzen ist ferner The Call aus dem Stall von Uwe Ostmann, der mit berechtigten Chancen an den Start kommt.
„1200 Meter sind eigentlich seine beste Distanz, doch auch die 1000 Meter gehen, er ist ein Top-Sprinter“, so der Mülheimer Trainer, dessen Schützling in dem Hamburger Gruppe-Rennen, in dem auch Exhibition engagiert war, aufgrund einer äußeren Startnummer und eines aufwändigen Rennverlaufs unter seinen Möglichkeiten blieb. Einen internationalen Einsatz hat Josephine Blanche hinter sich, der allerdings mit einer gehörigen Portion Pech verbunden war. Im englischen York ging sie in einer Listen-Prüfung an den Start, büßte aber früh sämtliche Chancen ein, als der Sattel rutschte.
International liest sich auch die Liste der Reiter in der Prüfung, kommen doch allein vier aus England. Eine Premiere erlebt dabei Ahmed Ajtebi, Mitglied des Godolphin-Teams, der erstmals in Hoppegarten in den Sattel steigt und im Rahmenprogramm noch vier Ritte ausführt. Die anderen Gastreiter heißen Eddie Ahern, Jimmy Quinn und Robert Havlin.
Eingeleitet wird der Renntag mit einer Prüfung für die Zweijährigen, denen eine halbe Stunde später die Dreijährigen folgen. Mit sieben Rennen wartet ein Programm auf die Besucher, das für Spannung garantiert.












