Der internationale Rennsport hat eine seiner schillerndsten Persönlichkeiten verloren. Im Alter von 81 Jahren ist am Sonntag Barney Curley verstorben.
Der gebürtige Nordire gilt als Mastermind hinter einigen der größten Wettcoups aller Zeiten und war der Schrecken aller Buchmacher in Irland und England.
Historisch ist vor allem der Yellow Sam Coup aus dem Jahr 1975, bei dem Yellow Sam als krasser Außenseiter gehandelt wurde, kurz vor dem Start wurden Wetten in 150 Shops auf ihn abgegeben. Dass überall auf ihn gewettet wurde, konnte nicht auf die Bahn transferiert werden, weil die einzige Telefonleitung durch einen Vertrauten, der vorgab, mit einer kranken Tante im Krankenhaus zu telefonieren, blockiert war. Zur Quote von 20:1 siegte Yellow Sam zum Schrecken aller Betting Shops.
Spätere Coups brachten Curley ebenfalls kolportierte Millionengewinne. Bei einem spielten die Ex-Deutschen Eye of the Tiger und Low Key eine Rolle, bei einem anderen Agapanthus und Sommersturm, wobei letzterer verlor und eine Viererschiebe nicht realisiert werden konnte. Diese soll, so heißt es, Auszahlungen von 20 Millionen Pfund gebracht haben. Alleine zahlreiche Dreierschieben brachten dennoch satte Gewinne, um deren Auszahlung Curley bei den Buchmachern kämpfen musste. „Ich bin froh, dass der vierte nicht gewonnen hat. Wenn diese Brüder schon drei Pferde nicht auszahlen können, welche Chance hätten wir dann mit vieren?“, sagte Curley später in einem Interview.
Die Seite des genialen Wetters, der seine Coups oft jahrelang vorbereite, niemanden einweihte, als Trainer und Besitzer mitunter Pferdenamen an den Boxentüren austauschte und einiges mehr, ist nur eine Seite von Barney Curley gewesen.
Die andere ist die des Förderers, Menschenfreundes und Wohltäters. Er galt als großer Förderer der Jockeys Frankie Dettori, Jamie Spencer, Shane Kelly und Tom Queally, nebst weiteren. Für alle war Barney Curley bis zu seinem Tod wie eine Vaterfigur.
Nach dem Unfall-Tod seines eigenen Sohnes Charlie mit nur 18 Jahren im Jahr 1995 gründete Barney Curley seine „Direct Aid for Africa (Dafa)“-Initiative in Sambia, mit der er Gesundheit und Bildung der dortigen Bevölkerung förderte, für viele tausend Menschen. So oft es ging, war er dort selbst vor Ort und nahm auch stets Rennsportfreunde wie besagte Jockeys mit nach dort, um die Augen für das Elend in diesem Land und das eigene Glück zu öffnen. „Indem wir geben, bekommen wir“, war sein Motto.
Frankie Dettori spielte gemeinsam mit Barney Curley eine tragende Rolle in dieser Initiative. Frankel-Jockey Tom Queally sagte am Sonntag: „Was er für mich getan hat war phantastisch. Er hatte ein riesiges Herz.“













