Der „Aufgalopp“ ist problemlos über die Bühne gegangen. Filip Minarik (Foto) und Dirk Fuhrmann, Deutsche Meister in ihren Sparten, trauten sich am Donnerstag zum ersten Mal auf die mit Millionen-Aufwand komplett erneuerte Harzburger Galopprennbahn. Zum ersten Mal galoppierten vor örtlichen und überregionalen Pferde über den Kurs, der am 27. Juli, am ersten Tag der Rennwoche, in Anwesenheit von Prominenz aus Sport, Politik und Wirtschaft seiner Bestimmung übergeben werden soll.
Und es gab gleich hohes Lob der Aktiven: „Ich bin schon mit einige Erwartungen hierher gefahren“, erklärte Minarik, „aber diese sind noch übertroffen worden. Man kann hier mit Vertrauen reiten, man kann reelle Rennen reiten, wie in Hamburg oder Baden-Baden. Die Grasnarbe braucht sich vor Baden-Baden nicht zu verstecken. Ich werde allen Trainern, für die ich reite, nur empfehlen, nach Harzburg zu kommen.“
Ähnlich sah es Dirk Fuhrmann: „Ich bin positiv überrascht. Natürlich werden die Rennen jetzt ganz anders angegangen. Früher war es so, dass man sofort vorne sein musste, wenn man Chancen haben wollte. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Wer an der letzten Ecke vorne ist, der hat noch lange nicht gewonnen. Der Boden ist griffig, richtig elastisch.“
Gleich nach dem Ende des Meetings 2005 waren auf der Bahn am Weißen Stein“ die Bagger angerückt, auf den Punkt genau haben es die Harzburger geschafft, die Bahn fertig zu bekommen. Der bisherige Flachkurs wurde von 1550 auf 1730 Meter verlängert, weist eine durchgehend gleichmäßige Breite von zwanzig Meter auf. Dadurch ergibt sich im Gegensatz zu früher neben dem nur noch geringen und darüber hinaus nun stetig verlaufenen Längsgefälle ein großzügigerer Schlussbogen und eine etwa 350 Meter lange Zielgerade.
„Die Raserei bergab wird es nicht mehr geben“, fasst Dirk Fuhrmann zusammen, der auch auf die Entschärfung und Begradigung des Hinderniskurses hinwies. Ein entscheidendes Plus ist natürlich die neue Beregnungsanlage, die in den letzten Wochen schon im Einsatz war
„Nach 98 Jahren haben wir die alte Rennbahn beerdigt“, stellte Harzburgs Präsident Wilhelm Baumgarten die neuen Gegebenheiten vor, „und das ist auch ganz gut so.“ Insgesamt 2,5 Millionen Euro werden für den „Sportpark an der Rennbahn“ ausgegeben, etwas mehr als eine Million Euro kommen als Zuschuss vom Land Niedersachsen. Integriert sind etwa ein Dressurrechteck sowie mehrere Löcher des erweiterten Golfplatzes, der ohnehin in der Nähe liegt und nunmehr ausgeweitet wird.
„2003 ist der Beschluss dazu gefasst worden und ich denke, es war eine gute Entscheidung“, sagte Wilhelm Baumgarten. Der Golfplatz hat noch nicht seine endgültige Form, 2007 soll aber alles fertig sein, ohne dass im übrigen die Jagdbahn beeinträchtigt wird.
Gleich mehrere Trainer waren in den letzten Tagen vor Ort, um sich selbst ein Bild zu machen. Christian von Recke (war bei der Bahnbegehung dabei, kommentierte „ein besseres Geläuf gibt es bicht“), Elfi Schnakenberg, Christian Sprengel, Marion Rotering und Otto-Werner Seiler (der Stall Steintor hast in Harzburg bislang exakt 187 Rennen gewonnen) waren auf der Bündheimer Bahn. Am Mittwoch hatte die Rennbahnprüfungskommission in Anwesenheit von Chefsteward Dr. Peter Tasch die Bahn abgenommen.
„Wir erhoffen uns natürlich eine deutliche sportliche Aufwertung unserer Bahn“, erläuterte Wilhelm Baumgarten die Intentionen der Harzburger, „wir haben in den vergangenen Jahren mit teilweise sehr kleinen Starterfeldern ordentliche Umsätze gemacht. Wenn wir pro Rennen nur ein, zwei Starter mehr hätten, wäre das schon ein erheblicher Aufschwung.“ Dokumentiert wird der Stellenwert durch die Ausschreibung eines Ausgleich I. Der Große Preis der Nord LB wird mit einer Dotierung von 20 000 Euro am Samstag, 5. August gelaufen.










