„Ich habe gar nicht verstanden, warum es immer wieder Zweifel an seinem Stehvermögen gegeben hat. Ich habe stets gesagt, dass er über den Weg kommt“, meinte Trainer Hans-Albert Blume (Foto). Etwaige Skepsis räumte der von ihm für das Gestüt Röttgen vorbereitete Aspectus nun endgültig aus dem Weg, über seine Klasse hatte es ohnehin nie irgendwelche Diskussionen gegeben.
Aber auch die Genugtuung über den Triumph war Blume anzumerken. Denn beeindruckend war das, was der Spectrum-Sohn am Sonntag in Köln auf den Rasen zauberte.
Fast hatte man Aspectus, der im Preis des Winterfavoriten schon einen wichtigen Sieg im Weidenpescher Park feiern durfte, der dann im Busch-Memorial standesgemäß in die Dreijährigen-Kampagne gestartet war, für das BMW Deutsche Derby schon aus den Augen verloren.
Im 171. Oppenheim-Union-Rennen, der wichtigsten Vorprüfung auf das Blaue Band, brachte sich Aspectus schlagartig wieder ins Gespräch, ist nun einer der allerersten Anwärter auf das Derby in drei Wochen. Vorausgegangen war ein äußerst sehenswerter Erfolg in diesem mit 100.000 Euro dotierten Gruppe II-Rennen über 2200 Meter, es handelte sich um den vierten Sieg für Aspectus bei sieben Karrierestarts, er steht nun bei einer Gewinnsumme von 218.300 Euro.
Natürlich war dieser Sieg auch wichtig für Andrasch Starke, der im Derby allerdings kaum auf Aspectus sitzen wird. Adrie de Vries genießt das Vertrauen von Hans-Albert Blume, war nur eben diesmal nicht einsatzfähig, doch wurde er mehr als würdig vertreten. Dann kommt es zum neuerlichen Aufeinandertreffen zwischen Aspectus und Lauro – auf zweihundert Meter längerem Weg. Man darf gespannt sein, wer dann die Nase vorne haben wird.
„Das Rennen war hervorragend, genau, wie er es mag“, kommentierte Hans-Albert Blume. „Vielleicht war er etwas zu früh in Front, dann zeigte er sich noch grün.“ Und Andrasch Starke fügte an: „Wir hatten einen Super-Rennverlauf. Vierhundert Meter vor dem Ziel ging er leicht nach vorne, dann fing er ein wenig zu gucken an.“
Im Lager von Lauro nahm man die Niederlage mit Fassung. „Der Rennverlauf war okay, aber Aspectus zog mit Schwung vorbei, dann kam Lauro noch einmal wieder. Er ist ein großer Steher“, sagte Trainer Peter Schiergen, dessen zweiter Vertreter Imonso als Vierter erst einmal gestoppt wurde. „Der Boden hätte etwas weicher sein können“, glaubt der Coach.











