Vor fünf Jahren gewann Dai Jin das BMW Deutsche Derby in Hamburg. Und in dieser Saisons schickt sich sein Sohn Liang Kay an, das wichtigste Rennen des Jahres an seine Fahnen zu heften. Spätestens seit diesem Sonntag gilt Stall Eminas dreijähriger Hengst (Foto) aus dem Quartier von Uwe Ostmann als Top-Adresse für das Blaue Band.
In einem ausgezeichnet besetzten Oppenheim-Union-Rennen (Gruppe II, 100.000 Euro, 2200 m) in Köln, dem wichtigsten Derby-Test, lieferte sowohl Liang Kay, als auch sein Jockey Terry Hellier, dem in dieser Saison nahezu alles gelingt, eine Leistung der Sonderklasse.
Ohnehin gab es am Format von Liang Kay nach seinen Top-Vorstellungen in Spitzenrennen seines Jahrgangs keine Zweifel. Lediglich sein Stehvermögen war von einigen in Frage gestellt worden, doch den ersten Test löste er mit Bravour.
‚Bereits nach den ersten hundert Meter, als Terry ihn richtig abschalten ließ, waren meine Bedenken weg. Da wußte ich, dass die Distanz kein Problem werden könnte‘, so ein erleichterter Uwe Ostmann nach dem Rennen.
Bei eher moderater Fahrt, die überraschend Adrie de Vries auf dem Favoriten Daressalam vorlegte, schaute sich Hellier auf Liang Kay das Geschehen zunächst also von ganz hinten an. Gemeinsam mit dem Riesenaußenseiter Santero galoppierte der 46:10-Mitfavorit an letzter Stelle des Neunerfeldes.
Little Fighter war an zweiter Stelle auszumachen vor Duellant und dem Aga Khan-Galopper Albahri. Eingangs der Geraden versuchte Daressalam vorne einen Satz zu machen, doch kam der Röttgener schon nicht so richtig weg von Little Fighter, der für dieses Rennen wie einige andere Kandidaten nachgenannt worden war und aktuell keine Derby-Nennung besitzt.
Doch in der Distanz wurde man plötzlich auf Liang Kay aufmerksam. In äußerer Spur kam der Ostmann-Hengst unter vollen Segeln angerollt und stürmte zuletzt überaus locker davon. Mit enormem Kampfgeist raufte Little Fighter (Jean-Pierre Carvalho), der sich weiter gesteigert präsentierte, den Ehrenplatz nach Hause.
Im letzten Galoppsprung verlor Daressalam, der die Prüfung vielleicht zu offensiv angegangen war, den dritten Rang noch gegen den heranfliegenden Akiem (William Mongil), der enorm schnell wurde, nachdem er lange wenig Platz hatte. Gerade ihn wird man für Hamburg ebenfalls stark auf der Rechnung haben müssen.
Albahri schien lange mehr als Platz fünf zu erreichen vor Duellant, der nicht weiterkam, Santero sowie dem enttäuschend nie gefährlich wirkenden Agapanthus. All the Winds wirkte völlig indisponiert und endete auf dem letzten Platz.
‚Das war ein Weltklasse-Ritt von Terry Hellier‘, lobte Liang Kays Trainer seinen Stalljockey. ‚Trotz des mäßigen Tempos hat er gewusst, was er machen musste und den richtigen Moment zum Angriff abgewartet. Natürlich geht es jetzt ins Derby. Sein Stehvermögen steht außer Frage.‘
‚Er packte ganz anders an als im Mehl-Mülhens-Rennen. Er hat Klasse und steht. Wir können mit diesem Pferd also guten Mutes in das Deutsche Derby gehen‘, signalisierte Terry Hellier.
Auch im Lager von Little Fighter war man hochzufrieden: ‚Er hat sich weiter gesteigert, Jean-Pierre Carvalho hat aus der äußeren Box alles gut gemacht‘, signalisierte Alida Blume.
‚Er ist ein tolles Rennen gelaufen‘, verriet Andreas Löwe über Akiem. Daressalam ging das Rennen zu schnell an. ‚Es war nicht geplant, vorne zu marschieren, aber er hat lange dagegengehalten und das Derby ist sein nächstes Ziel‘, so Waldemar Hickst. Dagegen hatte Agapanthus laut Jens Hirschberger ‚keinen Moment‘ und könnte auf kürzerer Distanz doch besser aufgehoben sein.








