Mit einer spektakulären Reiterverpflichtung kann das Gestüt Auenquelle für seine Iffezheimer Dependance aufwarten. Bekanntlich hat es dort den Wechsel von Karen Haustein zu Mirek Rulec gegeben, der künftig mit dem fünfundzwanzigjährigen Daniele Porcu zusammenarbeiten wird, denn der Italiener wird ab dem März als Stalljockey tätig werden.
So gibt es für das in den letzten Jahren doch sehr erfolgreiche Unternehmen von Peter Michael Endres und Karl-Dieter Ellerbracke gleich an seinen beiden Niederlassungen neue Gesichter in der Position des ersten Jockeys, denn nach der Trennung zwischen Trainer Uwe Ostmann und Jockey Terry Hellier in Mülheim heißt es die dortige Stelle neu zu besetzen.
Daniele Porcu, der rund 450 Siege auf seinem Konto hat und in der Saison 2004 sein bestes Jahr erlebte, als er 76 Siege auf den italienischen Bahnen erzielte, ist in Deutschland kein Unbekannter. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er vor fünf Jahren zum ersten Mal bekannt, als er mit der von Marion Rotering für die Gebrüder Wiegandt trainierten Lobatica im Juni 2004 in Mailand den Premio di Lombardia, ein mit 63.000 Euro dotiertes und über 2400 Meter führendes Handicap-Rennen gewann.
Ein Jahr später war dank Krisman der erste Erfolg in einem Gruppe-III-Rennen fällig, ehe er im Februar 2008 für Ralf Rohne mit Ianina den Grand Prix von St. Moritz zu seinen Gunsten entschied. Mit dem Düsseldorfer Trainer verbindet ihn auch der größte Erfolg der bisherigen Karriere, nämlich der Gruppe-I-Treffer mit Giovanni Martones Estejo am 9. November 2008 im Premio Roma, der erste Treffer dieser Art für Trainer und Jockey.
Aber auch sein künftiger Chef hat diesbezüglich bereits beste Erfahrung mit dem Italiener gemacht, denn schließlich hat Daniele Porcu am 24. August des vergangenen Jahres mit Ashantee in Bremen den Walter J. Jacobs Stutenpreis und damit ein Gruppe-III-Rennen für den Iffezheimer Trainer und das Gestüt Graditz gewonnen. Ein dritter deutscher Trainer, der gute Erinnerungen an Porcu besitzt, ist der in München-Riem tätige Werner Glanz, der 2007 für die im Premio Terme di Merano, einem Listen-Rennen, erfolgreiche Vinea Federspiel aus dem Besitz von Clarissa Hiddemann verantwortlich zeichnete.
„Er hat in der Vergangenheit mehrfach für uns geritten. Was er gezeigt hat, hat mir gefallen. Daraufhin habe ich mit Herrn Ellerbracke gesprochen, der sich nicht abgeneigt zeigte. Auch Porcu hat Interesse gezeigt. Das Ergebnis sieht so aus, dass Daniele Porcu ab März in Iffezheim seinen Dienst antritt“, erklärt Mirek Rulec.
Schon am letzten Sonntag gab es am ersten Tag des Meetings in St. Moritz einen ersten Vorgeschmack auf die künftige Zusammenarbeit, denn Porcu ritt den Auenqueller Romantic Man in einem auf 800 Meter verkürzten Rennen auf Platz drei, was Trainer Mirek Rulec überzeugte. „Die Vorstellung war unter den gegebenen Umständen absolut okay und hat mir gefallen. Romantic Man bleibt jetzt an Ort und Stelle und bestreitet in zwei Wochen auch den Großen Preis.“
Sprachprobleme größerer Art sieht der Trainer nicht auf sich zukommen. „Daniele spricht Englisch, außerdem haben wir einen Deutsch-Italiener am Stall angestellt, so dass von dieser Seite keine allzu großen Bedenken befürchtet werden müssen. Ich denke, dass es funktionieren wird. Er freut sich riesig auf die neue Aufgabe, wie er mir sagte, und ist sehr motiviert“, ergänzt der Trainer.
Liefert auch gleich die Begründung für die doch etwas überraschende Verpflichtung „Daniele sah die Zukunft des italienischen Rennsports nicht gesichert, war auch an keinem der großen italienischen Ställe beschäftigt und wollte zudem einmal etwas Anderes sehen“, so Mirek Rulec, der die Saison 2009 mit rund fünfzig Pferden angehen wird und damit über das größte dortige Kontingent verfügt. „Geplant war anfangs eine Stellung eines Stalljockeys nicht, doch bei der jetzigen Größe sieht es schon etwas anders aus“, meint der Trainer, der im April 33 Jahre alt wird, zweifellos zu den Aufsteigern in der Szene zählt und bislang 48 Rennen gewonnen hat.
Wie Porcu sich auf seine neue Position freut, so freut sich der Trainer auf seinen neuen Mitarbeiter. „Ein netter, normaler Bursche, für sein Gewicht ein starker Reiter, der sich auch Gedanken macht. Ich kenne ihn als engagierten Typ im Rennen und bin jetzt gespannt, wie er sich in der Arbeit gibt. Demnächst kennt er die Pferde, was ihm die Arbeit dann erleichtert. Ich halte ihn für stark. Zudem hat er immer nach Order geritten“, äußert Mirek Rulec, der sich demnächst mit seiner Frau Andrea auf die Suche nach einer Bleibe für den Mann aus Italien begeben wird.










