Ein erstklassiges Feld von 15 Top-Dreijährigen versammelte sich in der Poule d’Essai des Poulains an der Startstelle. Und mittendrin in dem Hengsteklassiker auf der Meile auf der Pariser Nobelbahn Longchamp waren mit Werner Heinz‘ Zazou (Olivier Peslier) und dem von Andre Fabre trainierten Ammerländer Lope de Vega (Maxime Guyon, Foto) zwei Pferde aus deutschem Besitz.
Und beide liefen hervorragende Rennen. In dem mit 450.000 Euro dotierten Gruppe I-Rennen sorgten die Pacemaker von Godolphin, bzw. dem Aga Khan, Forum Magnum und Rajsaman, für eine flotte Fahrt. Zazou war zunächst an drittletzter Stelle auszumachen, Lope de Vega galoppierte einen Rang vor ihm.
In der Zielgeraden machten beide dann aber noch enorm viel Boden gut. Mit langgezogenem Speed arbeitete sich Lop de Vega, wie Zazou von Shamardal stammend, an der Außenseite näher und näher an die Spitzengruppe heran. Nachdem die Führpferde ausgespielt hatten, war der englische Gast Dick Turpin aus dem Stall von Richard Hannon vorne, doch der Ammerländer, der am PMU-Toto 97:10 stand, bekam ihn noch sicher mit einer halben Länge Vorteil in den Griff.
Eineinhalb Längen zurück sorgte der Riesenaußenseiter Shamalgan aus dem Stall von Arslangirey Shavuyev für eine Sensation auf den vorderen Plätzen, denn der Hengst notierte am Toto über 1000:10.
Dann waren es wieder zweieinhalb Längen bis zu einem kämpfenden Trio, dem auch Zazou angehörte. An der Außenseite schien er mit seinen Reserven fast schon für den vierten Platz gebucht zu sein, doch im Ziel fehlte ihm dafür ein Kopf und eine Nase, sodass es für den Hofer-Schützling, der sich glänzend verkaufte, nur zum undankbaren sechsten Platz reichte.
Der Sieger des Dr. Busch-Memorials war damit aber noch vor dem Favoriten, dem Aga Khan-Hengst Siyouni, und weiteren Klassepferden.
Hochdramatisch ging es in der Poule d’Essai des Pouliches, dem Pendant für die Stuten zu, denn wie bereits in den britischen 1.000 Guineas wurde auch hier die Siegerin disqualifiziert. Und was das Ganze noch kurioser macht, ist die Tatsache, dass wie in Newmarket die von Criquette Head-Maarek trainierte Special Duty davon profitierte.
Man hatte sich am Freitag endgültig dafür entschieden, die Stute aus dem Besitz von Khalid Abdullah nur 14 Tage nach Newmarket wieder aufzubieten. Doch diese Entscheidung wurde belohnt.
Es war ein ultra-heißes Finish, am Ende waren auf der Linie die ersten sechs Pferde nicht einmal durch eine Länge getrennt. Die von Jean-Bernard Eyquem gerittene und von Francois Rohaut trainierte Außenseiterin Liliside kam knapp vor Special Duty (Stephane Pasquier), Baine, Joanna, Rosanara und Lady of the Desert über die Linie. Doch da die Siegerin im Endkampf nicht gerade geblieben war, was unter anderem zu Lasten von Lady of the Desert ging, wurde sie disqualifiziert und auf den sechsten Rang zurückgestuft.
Ohne Möglichkeiten waren im Prix de Saint-Georges, dem Gruppe III-Sprint über 1000 Meter (80.000 Euro), der von Mario Hofer trainierte Vorjahressieger Mood Music (Maxime Guyon) und Werner Hefters Stute Best Joking (Ioritz Mendizabal), die die Plätze sechs, bzw. zehn belegten. Der Sieg ging hier in einer knappen Entscheidung an den Schimmel Marchand d’Or (Davy Bonilla).
Der Wallach, einst der beste Sprinter Frankreichs, war im letzten Jahr ein Totalausfall und kam erstmals unter neuer Regie heraus. Von Freddy Head wechselte der Siebenjährige zu Mikel Delzangles, der ihn gleich siegfertig herausbrachte. Wie im Vorjahr landete der aus England angereiste Benbaun auf dem zweiten Platz. Dritter wurde der Riesenaußenseiter Kolokol.











